Möckern l Mehrere Betonmischfahrzeuge mussten anrollen, bis die breiige graue Masse das auf dem Boden verlegte Stahlgeflecht komplett umschloss.Durch die Verwendung unterschiedlich festen Materials und Sperren im Stahlflechtwerk gelang es, auch die Steigung zum flachen Nichtschwimmerbereich hinzubekommen. Wenn die Masse durchgetrocknet ist, soll auf diesen Betonboden noch eine wasserdichte Folie gelegt werden.

Die bisherige maximale Wassertiefe des kombinierten Schwimmer-/Nichtschwimmerbeckens lag direkt unter den beiden Sprungbrettern bei 3,60 Metern. Als Konsequenz der durch den Betonboden jetzt fehlenden 30 Zentimeter, soll der obere Beckenrand ebenfalls erhöht werden.

Auch das Einmeter-Brett wird um die entstandene Differenz korrigiert. Lediglich vom Drei-Meter-Sprungturm dürfte der Sprung ins kühle Nass künftig schneller gehen. Hier soll die Distanz zur Wasseroberfläche nach Abschluss der Bauarbeiten nur noch 2,70 Meter betragen.

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Eine der Aufgaben zum Saisonbeginn dürfte für Möckerns Schwimmmeister Alexander Mewes nach Einbau der Folie künftig wegfallen: das jährliche Streichen der beiden Wasserbecken im Waldbad. Denn die blaue Farbe in den bisherigen Becken diente nicht nur der Optik, sondern versiegelte außerdem die porös gewordenen Beckenwände. 1200 Kubikmeter Wasser passen in das Becken. Durch Versickern und Verdunsten musste regelmäßig nachgefüllt werden.

Noch viele Aufgaben bei den Außenanlagen

Wer dieser Tage einen Blick auf die Baustelle im Waldbad Möckern wirft, mag sich fragen, ob es beim veranschlagten Beginn der Badesaison zum Kindertag am 1. Juni bleibt. Die Startblöcke, Treppen und der Trennzaun zwischen dem Schwimmer- und dem Nichtschwimmerbereich müssen noch errichtet werden. Hinzukommt die Wiederherstellung von Außenanlagen, Pflasterflächen und Außentreppen. Zuletzt gab es aus dem Bau- und Ordnungsamt der Stadt Möckern optimistische Aussagen zum rechtzeitigen Bauende. Jedenfalls, was die bauplanerische Seite betrifft. Völlig offen bleibt, wie sich eine Freibadöffnung mit den Verordnungen zur Verlangsamung der Corona-Ausbreitung vereinbaren lässt.

Fachbericht für Umgang mit Extremsituationen

Die „Deutsche Gesellschaft für das Badewesen“ hat einen Fachbericht erarbeitet, der diverse Richtlinien zusammenfasst, wie Frei- und Hallenbäder auf Situationen wie die jetztige reagieren sollten. Enthalten sind Regeln zur Hygiene und dem Umgang mit der Schwimmbadtechnik im Falle einer erzwungenen Schließung der Einrichtung. „Dieser Fachbericht erscheint zum Zeitpunkt einer aktuellen Pandemie, hat aber eine wichtige Bedeutung in die Zukunft hinein, zum Beispiel auch für die normalen Erkältungswellen im Winter oder für andere längerfristige Schließungen von Bädern“, heißt es in dem Bericht.