Fliegen wie Fledermaus „Nelly“

Beim Burger benvivo-Leseclub machen Kinder Bekanntschaft mit den wendigen Jägern der Lüfte

Von Mario Kraus
Einmal fliegen wie die Fledermaus: Bernd Ohlendorf von der Referenzstelle Fledermausschutz Sachsen-Anhalts geht mit Schülern der evangelischen Grundschule auf Flugreise.
Einmal fliegen wie die Fledermaus: Bernd Ohlendorf von der Referenzstelle Fledermausschutz Sachsen-Anhalts geht mit Schülern der evangelischen Grundschule auf Flugreise. Foto: Bärbel Michael

Burg

Sie haben etwas Graziles und Mystisches an sich – die wendigen Fledermäuse. Wer hat sie nicht schon gesehen, wenn sie in Sekundenschnelle in der Dämmerung an einem vorbeihuschen. Dass die Akrobaten der Lüfte ganz nützliche Tiere sind, wissen die Jungen und Mädchen natürlich schon, als sie auf dem Hof des Concert-Haus-Carres am Burger Markt gespannt sitzen.

Auch wenn der Wind um die Ecke bläst und an diesem Vormittag wie geschaffen für die wendigen Segler ist, drehen sie um diese Zeit natürlich noch keine Runden um die Häuser. Dafür lernen die Kleinen eine ganz besondere Fledermaus kennen. Und zwar „Nelly - Fledermäuschens Abenteuer im Küstenwald“ und „Nelly - Fledermäuschen in der großen Stadt“.

Die mutige Fledermaus ist die Hauptfigur in den beiden Kinderbüchern von Thomon von Diemar. Der Burger Autor möchte die Kinder für die heimischen Tiere begeistern und greift Themen auf, die unsere Gesellschaft prägen. „Und Fledermäuse wecken immer Neugier“, sagt er. Allen voran natürlich „Nelly“. In dem einen Buch verschlägt es die Fledermaus in den Küstenwald an der Ostsee. Dorthin, wo auch Thomon von Diemar gern seine Zeit verbringt und er die Inspirationen bekommt, um die einzigartige Naturlandschaft auch mit ihren Gefahren in die Geschichten einzubauen. So erfährt die Fledermaus beispielsweise, dass das Moor im Sommer austrocknen könnte, weil sich das Klima verändert.

Spannende Reise in die Fledermauswelt

Kein Wunder, dass die Kinder den Worten des Burgers aufmerksam lauschen und dabei noch eine Menge lernen – wobei sich der Kreis zum eigentlichen Sinn des Leseclubs damit schließt.

Und genauso spannend ist es, als Bernd Ohlendorf, der Fledermausexperte Sachsen-Anhalts, mit den Grundschülern auf Fledermausreise geht und das Wesen der Vögel näher bringt. Zu sehen sind sie überwiegend in der Abenddämmerung, wenn sie vor allem Mücken, Käfer und Nachtfalter jagen wie beispielsweise an der Ihle. Um zu überleben, muss eine Fledermaus täglich bis zu einem Drittel ihres eigenen Körpergewichts fressen. Das entspricht zehn bis zu 15 Gramm bei großen Arten, allein in den Sommermonaten kommt so rund ein Kilogramm Insekten-Nahrung für eine Fledermaus zusammen. Bei so vielen Fakten staunen die kleinen aufmerksamen Zuhörer nicht schlecht – und sind auch etwas erleichtert, dass sich der Fledermausbestand nach den Worten von Bernd Ohlendorf im Land wieder leicht erholt hat. Vielleicht kann der eine oder andere bei genauem Hinschauen den „Batman der Lüfte“ zu späterer Stunde doch noch entdecken, sagt benvivo-Geschäftsführerin Silke Kirchhof. „Oh ja“, rufen die Jungen und Mädchen ihr zu und freuen sich über einen kleinen Fledermaus-Sticker, den jeder überreicht bekommt.

Mit Freude die Welt der Bücher entdecken

Auf jeden Fall hat sich mit der Fledermaus-Stunde die Eröffnung des benvivo-Leseclubs gelohnt. Auf die Frage, wer Mitglied werden möchte, gehen ganz schnell fast alle Arme hoch … Das Leitmotiv „Mit Freude die Welt der Bücher entdecken“ soll jetzt weiter verfolgt werden. Dafür stehen mit Ferdinand Kiderlen von der Leitung der evangelischen Grundschule sowie die Pestalozzi-Grundschule, die Otto-von-Guericke-UniBuchhandlung in Burg und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen wie beispielsweise Gudrun Kurze und Herma-Andrea Bechert wichtige Paten und Helfer zur Seite. „Eine super Initiative. Der neue benvivo- Leseclub bietet im Markt 1 für unsere Kinder ideale Möglichkeiten für außerschulische Bildungsangebote in kleinen Gruppen“, bestätigt Kiderlen. In den nächsten Tagen werden dafür nicht nur die Räume weiter instand gesetzt, auch die ersten Buchpakete und Materialien der deutschlandweit agierenden Stiftung Lesen werden erwartet, kündigt Silke Kirchhof an. „Dann wird es noch viele Veranstaltungen dieser Art geben.“ Schließlich soll der Leseclub eine von vielfältigen Möglichkeiten sein, wie sich Alt und Jung bei benvivo ehrenamtlich engagieren und gegenseitig unterstützen können. Durch Lesen, aber auch Basteln, Tanzen oder Kochen. „Wir schaffen ein buntes Burg-er-Leben. Gemeinsam und miteinander in guter Nachbarschaft.“