Volksstimme: Herr Steib, sehen Sie die Betreibung der Stadthalle als Last oder Lust?
Maximilian Steib: Natürlich Lust. Zum einen, weil wir darauf vorbereitet sind, zum anderen, weil sich der Stadtrat für die Variante der Eigenbewirtschaftung ausgesprochen und damit in die Hände des neuen Fachbereiches Kultur/Tourismus gelegt hat. Wir freuen uns auf die Arbeit.

Die Erwartungen im Veranstaltungsbereich sind hoch. Sind Sie darauf konzeptionell vorbereitet?
Selbstverständlich. Wir beschäftigen uns intensiv mit der Stadthalle. Ich bin sicher, dass wir die Erwartungen erfüllen werden. Die Stadthalle wird ein vielfältiger, lebendiger Ort werden.

Dann etwas konkreter: Wie haben Sie sich personell und inhaltlich darauf eingestellt?
Ab Mai wird eine Veranstaltungsmanagerin ihre Arbeit aufnehmen. Wir haben im Rahmen einer Ausschreibung eine sehr gute Wahl getroffen. Sie wird die direkte Ansprechpartnerin in der Stadthalle sein und in Abstimmung mit den Mitarbeitern des Fachbereiches den Fokus auf Veranstaltungen legen. Das heißt auf Eigenveranstaltungen und auch Einmietungen. Inhaltlich kommt es darauf an, eine breite Palette an Veranstaltungen anzubieten, die möglichst alle Altersgruppen anspricht – von den Kindern bis zu den Senioren. Hier werden wir sicherlich weitere Erfahrungen sammeln und müssen den speziellen Weg für die Stadt finden. Aber das wird gelingen.

Was macht Sie da so sicher?
Wir sind ein dynamisches und motiviertes Team mit Erkenntnissen aus den vergangenen Jahren. Ich denke da an die Veranstaltungen in den Parks und Gärten, die wir auf die Beine gestellt haben und worüber ja auch die Volksstimme berichtet hat. Ob Weinbergfest, thematische Gästeführungen oder Spuk im Park – die Resonanz war durchweg positiv. Die vielen Veranstaltungen haben gezeigt, dass es die Burger und Besucher aus dem Umland zu niveauvollen Veranstaltungen zieht. Es gibt natürlich immer noch Punkte, die verbessert werden können, aber insgesamt haben wir damit den Nerv der Menschen getroffen. Deshalb: Was wir im Freien geschafft haben, wollen wir auch in der Stadthalle erreichen und somit auch Synergieeffekte schaffen. Insofern war es schon richtig, dass wir auch die Stadthalle wieder in eigener Verantwortung bewirtschaften.

Sie starten jetzt in einer Zeit, in der nichts stattfinden darf. Sehen Sie das als Chance, noch mehr Zeit für die Vorbereitungen zu haben?
Uns wären auch normale Zeiten ohne Corona und ohne ein weitgehend eingeschränktes öffentliches Leben viel lieber, aber das ist jetzt zweitrangig. Es finden ja nicht nur in Burg keine Veranstaltungen statt, sondern überall in Deutschland. Bis zum 30. Juni wurden alle Veranstaltungen und Gästeführungen abgesagt. Das ist der Stand heute. Dieser Tatsache müssen wir uns stellen. Nichtsdestotrotz bereiten wir Veranstaltungen vor, sind mit entsprechenden Agenturen und Künstlern im Gespräch und blicken zeitlich gesehen schon weit voraus. Der Stadtrat muss auch noch die neue Nutzungs- und Entgeltord- nung für die Stadthalle beschließen.

Im Übrigen kümmern wir uns jetzt in diesen Tagen intensiv um den Weihnachtsmarkt dieses Jahres.

Soll das Restaurant, das bislang immer ein Sorgenkind war, betrieben werden?
Das wäre wünschenswert. Aber wir wissen, dass es schwierig ist, einen geeigneten Pächter zu finden. Es wird auf jeden Fall ein Interessenbekundungsverfahren dazu geben. Dann sehen wir weiter. Wir werden in diesem Zusammenhang auch ausloten, in welcher Form eine Verbindung zwischen Veranstaltungen und Gastronomie geschaffen werden kann. Das erscheint mir sehr wichtig.

Sind noch Investitionen in der Stadthalle geplant?
Für das Jahr 2020 keine umfangreichen. Vorgesehen ist eine Erneuerung des Parketts im Restaurantbereich. Diese Maßnahme war ohnehin geplant. Möglicherweise stehen noch ein paar kleinere Reparaturen oder Veränderungen an. Im nächsten Jahr müssen wir noch die eine oder andere Investition in das Gebäude tätigen, denn 2021 ist die Stadt Burg Ausrichter des 21. Landes-Chorwettbewerbs in Sachsen-Anhalt.