Burg l Guido Gutschmidt und Frank Wustrau von der Firma Kagelmann Tiefbau sind nur einige, die in der Stadt Hand anlegen, damit die Einwohner in Kürze vom blitzschnellen Internet profitieren können. „Wir schachten Kanäle, damit die Elektriker den Strom anschließen können“, sagt Gutschmidt, der einen Schacht an einem Telekom-Schaltkasten verdichtet. „Mit dem Minibagger räumen wir das Grobe weg, dann geht es an die Feinheiten“, erklärt der Fachmann. Schließlich schreiben die die Elektriker vor, aus welchem Stromkreis die neu eingerüstete Breitbandtechnik kommen soll. Da nehmen die Schachtwege schon mal sonderbare Verläufe an. Das offene Wetter sei dafür optimal. „Wir kommen wir gut voran. Besser geht‘s nicht.“

Telefonieren, Surfen, Fernsehen

Diese Einschätzung teilt auch die Telekom. Jetzt können rund 2000 Haushalte im Burger Ortsteil Blumenthal sowie in den Ortschaften Ihleburg, Niegripp, Parchau und Schartau schneller im Internet surfen. Darüber hinaus übrigens auch in Grabow (Möckern). Im neuen Netz sind Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich. Das gilt auch für Musik- und Video-Streaming oder das Speichern in einer Cloud. Das maximale Tempo beim Herunterladen steigt auf bis zu 250 Megabit pro Sekunde (MBit/s) und beim Hochladen auf bis zu 40 MBit/s. „Die Telekom hat dafür rund 25 Kilometer Glasfaser verlegt und das Netz umgebaut und mit moderner Technik aufgerüstet“, erklärt Pressesprecher Georg von Wagner.

Wer die schnellen Internetanschlüsse nutzen möchte, müsse diese allerdings selbst beantragen. Automatisch werde keiner umgeschaltet, so Regionalmanager Roland Voigt. Für die Dörfer ist die Investition ein Gewinn und ein Standortvorteil, sagt beispielsweise Parchaus Ortschef Lutz Wernecke. „Das ist ganz besonders für Gewerbetreibende beziehungsweise Firmen wichtig.“ Auch Diana Jenrich ist auf „ein gut funktionierendes Internet“ angewiesen. In Blumenthal will sie Erlebnisse mit Alpakas anbieten. „Ein gutes Datennetz ist eine Voraussetzung, um hier tätig zu werden.“

Investitionen in Millionenhöhe

Wenn die Arbeiten in der Stadt im Frühsommer beendet sind, sollen insgesamt 8000 Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen sein. Rund 86 Kilometer Glasfaser und 74 Verteiler sorgen nach dem Ausbau für höhere Bandbreiten. Aber auch viele Firmen profitieren nach dem Ausbau. So werden die Gewerbegebiete um die Martin-Luther-Straße sowie in der Alten Kaserne mit Bandbreiten bis zu 100 MBit/s. ausgebaut.

Land übernimmt zehn Prozent

Die Gesamtinvestitionskosten der Telekom belaufen sich auf rund 4,2 Millionen. Euro. Die Telekom hatte sich im Rahmen der Ausschreibung um den Ausbau im Stadtgebiet beworben. Die Wirtschaftlichkeitslücke für unrentable Gebiete lag bei insgesamt 384.000 Euro. Die Stadt Burg erhielt im März 2017 einen Förderbescheid in Höhe von etwa 345.000 Euro für den Breitbandausbau. Damit werden immerhin 90 Prozent der veranschlagten Kosten für die Stadt Burg aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes finanziert. Die restlichen zehn Prozent übernimmt das Land, da sich die Stadt in Haushaltskonsolidierung befindet.

Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) bezeichnete den Breitbandausbau als wichtige Grundlage, die Attraktivität der Stadt weiter zu stärken – auch für potentielle Investoren.

Landkreis mit eigenem Programm

Während die Kreisstadt den Breitbandausbau in eigener Regie managt, setzt der Landkreis ein eigenes Programm um. Dafür stehen rund zehn Millionen Euro bereit. Dieses Geld wird zu 100 Prozent durch das Land Sachsen-Anhalt sowie den Bund gefördert.