Burg l Burgs Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) kann sich gut erinnern: „Am Tag der Auflösung des Logistikregimentes 17 vor acht Jahren wollte es beim Appell nicht aufhören zu regnen. Die Stimmung war entsprechend.“ Einige Wochen später trug sich der ehemalige Regimentskommandeur Helmut Geyer ins Goldene Buch der Stadt ein und schloss damit ein militärisches Kapitel.

Gestern nun das Gegenteil: Als Oberst Gunter Bischoff, Kommandeur der mobilen Logistiktruppen der Streitkräftebasis, das neue Logistikregiment 1 in der Clausewitz-Kaserne offiziell in Dienst stellte, schien die Sonne, und ein neues Kapitel Burger Militärgeschichte wurde aufgeschlagen. Denn mit der Aufwertung vom Bataillon zum Regiment ist der Standort Burg nicht nur gesichert, sondern kann weiter wachsen. Insgesamt wird das Regiment in Kürze mehr als 2000 Dienstposten zählen und in Sachsen-Anhalt eine Vorreiterrolle einnehmen. Das neue Logistikregiment wird zwei Bataillone aus Delmenhorst (Niedersachsen), ein Bataillon aus Beelitz (Brandenburg) und das Burger Bataillon führen. In Burg werden noch der Stab und die Stabskompanie mit rund 150 Personen aufgebaut, kündigt Pressestabsoffizier Christian Wolf an.

Aufgaben werden wachsen

Als Regiment werden aber auch die Aufgaben stetig wachsen, betonte Generalmajor Volker Thomas, Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr. So werde es noch mehr darauf ankommen, alle Truppenteile der Bundeswehr im Inland zum Beispiel bei verschiedensten Übungen sowie bei Auslandseinsätzen zu unterstützen und logistische Basen aufzubauen. „Wir sind immer die Ersten vor Ort und müssen schnell und effektiv handeln.“ Die weltpolitische Lage verlange auch ein stärkeres Engagement der Bundeswehr. „Wir werden unsere eigenen Fähigkeiten weiter ausbauen“, so Thomas. Dafür biete Burg mit der Kaserne gute Möglichkeiten, betonte Rehbaum am Rande des Appells. Die Stadt unterstütze die geplante Erweiterung des Geländes und entwickele sich selbst so, „dass sich die Bundeswehrangehörigen hier wohl fühlen und nach Möglichkeit in der Stadt auch wohnen“. Immerhin gehöre die Bundeswehr fest zu Burg.

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Dieses enge Verhältnis würdigte auch Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), der auf die lange, mehr als 300-jährige militärische Tradition Burgs einging. Das Land begrüße daher die Entscheidung der Bundeswehrführung, in Burg wieder ein Regiment zu installieren. Haseloff verwies auch auf die wirtschaftliche Bedeutung der Bundeswehr, von der zahlreiche regionale und überregionale Firmen profitierten. „Die Bundeswehr ist und bleibt ein starker Partner.“

Neuer Kommandeur des Regiments

Das Burger Logistikregiment hat auch einen neuen Kommandeur – Oberstleutnant Roland Bögel. Er ist gebürtiger Hildesheimer, verheiratet und Vater dreier Kinder. Der 50-Jährige trat 1989 in die Bundeswehr ein und war zuletzt Referent im Verteidigungsministerium in Bonn. Er löst Oberstleutnant Michael Hinz ab, der bislang als Bataillonskommandeur den Standort Burg führte.