Einsatz nach Flut

Burger THW-Kräfte helfen im Hochwassergebiet

Die Bilder der Zerstörung haben sich für die Tausende Helfer im Westen und Südwesten Deutschlands eingebrannt. Jetzt sind auch zwölf Einsatzkräfte des THW-Ortsverbandes Burg für eine Woche ins Hochwassergebiet beordert worden.

Von Von Mario Kraus
Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes bei einer Netzkontrolle im Krisengebiet. Dort sind mehr als 3000 Helfer vor Ort.
Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes bei einer Netzkontrolle im Krisengebiet. Dort sind mehr als 3000 Helfer vor Ort. Foto: Carolin Roeder/THW

Burg - „Wir haben bei dem Ausmaß der Katastrophe mit einem Einsatz gerechnet“, sagt Robert Riethmüller. „Dafür sind wir schließlich da, um in solchen Krisensituationen zu helfen.“ Er ist Ortsbeauftragter des Technischen Hilfswerkes (THW) Burg. Vor drei Tagen kam dann tatsächlich der Marschbefehl in Richtung Nürburgring, wo der zentrale Bereitstellungsraum für die Hilfskräfte aufgebaut wurde. Drei Mitglieder der Fachgruppe Logistik/Verpflegung und neun der Gruppe Notinstandsetzung und Notversorgung haben ihre Arbeit aufgenommen. Den Helfern stünden angesichts der enormen Zerstörung und menschlichen Leids arbeitsreiche Tage bevor.

Zum einen müssen die Mitglieder des THW mit Essen und Trinken versorgt werden, zum anderen sollen beispielsweise die Wasser- und Stromversorgungen sichergestellt und Einsatzstellen ausgeleuchtet werden. Dafür ist auch die Truppe aus Burg, die vor Ort über die THW-Führung eingetaktet wird, ausgebildet und verfügt über die entsprechende Technik, die unter anderem ein moderner Mehrzweckgerätewagen bereithält. „Die Handgriffe und Abläufe für solche Situationen sind auch Bestandteil unserer Übungsprogramme“, so der THW-Ortsbeauftragte. Voraussichtlich ein bis zwei Wochen werden die Burger Experten dort mithelfen, damit das Leid gemildert und der Wiederaufbau der Infrastruktur beginnen kann, so Riethmüller. Dann ist ein Austausch der Helfer vorgesehen. Auch für eine so genannte Einsatznachsorge, um das Erlebte verarbeiten zu können, ist gesorgt.

Bürgermeister würdigt Engagement

Burgs Bürgermeister Philipp Sievert (parteilos) lobte am Donnerstag den Einsatz der Burger THW-Gruppe. „Ich bin auch den Arbeitgebern dankbar, dass sie die Mitarbeiter für diese so wichtige Hilfe freigestellt haben. Denn gerade wir in Burg wissen angesichts der vergangenen Hochwasser, wie wichtig eine schnelle, professionelle und überregionale Hilfe ist.“

Der Burger Ortsverband, der aktuell 50 Mitglieder zählt und auch über eine Jugendgruppe verfügt, ist Teil des Landesverbandes Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin, der Kräfte nach Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz entsendet hat. Aus den drei Bundesländern sind 190 THW-Mitarbeiter eingebunden, darunter auch 24 aus Magdeburg.

3000 THW-Helfer aus ganz Deutschland

„Ihnen geht es vor allem darum, die noch existierende Infrastruktur am Laufen zu halten, um Schlimmeres zu verhindern, und kaputte Infrastruktur wieder aufzubauen. Das ist enorm wichtig, damit sich Situation für die Menschen in der Katastrophenregion schrittweise spürbar verbessern kann“, sagt THW-Landesbeauftragter Sebastian Gold.

Insgesamt sind etwa 3000 THW-Helferinnen und -Helfer aus dem gesamten Bundesgebiet in dem Krisengebiet derzeit damit beschäftigt, Trinkwasser aufzubereiten, Wasser abzupumpen, die Stromversorgung sicherzustellen und Verkehrswege freizuräumen. Im Einsatz befinden sich neben Feuerwehren  und  THW  auch  die  Bundeswehr und weitere Hilfsorganisationen.

Mitglieder des Burger THW-Ortsverbandes bei der jüngsten Deichverteidigungsübung.
Mitglieder des Burger THW-Ortsverbandes bei der jüngsten Deichverteidigungsübung.
Archivfoto: Robert Riethmüller