Burg l So eine Weltreise geht mit dem Finger auf dem Globus in Windeseile. Wer sich allerdings tatsächlich aufmacht, die Erde zu erkunden, muss viel Zeit einplanen. Und wer die Tour so vorbereiten will, wie einst Christoph Kolumbus, der braucht neben einer kleinen Ewigkeit auch jede Menge Wissen über die Reiseroute. Zugegeben: Die Siebenklässler der „Clausewitz“-Schüler mussten Sonnabend nicht so viele Unwägbarkeiten wie Admiral Columbus in Kauf nehmen und erreichten auch ihr tatsächlich gestecktes Ziel – das Land Peru, dafür haben sie aber eindrucksvoll gezeigt, mit welchen Schiffen die Matrosen einst in See stachen, welcher Proviant nötig war und was der neue Kontinent zu bieten hat. „Unsere Schüler haben mit ihrem Projekt Europa verlassen“, sagte die stellvertretende Schulleiterin Birgit Meinecke.

Angesichts dieser Entdeckerfreude staunten die Besucher, darunter viele künftige Schüler der 5. Klassen, nicht schlecht, was die jungen Leute für solch eine Abenteuertour geschickt zusammengetragen haben. Sogar die Kleidung der Seeleute von damals. „Das ist einfach super, wie sich die Schule präsentiert“, staunte Holger Röhr, der sich mit Tochter Sophie unter die große Schar der Gäste mischte. Für ihn war es „ganz normal“, einmal die Schule anzuschauen, die Sophie künftig besuchen wird. Wichtig sei vor allem die europäische Ausrichtung, „damit die Kinder heute über den Tellerrand hinaus schauen können, schnell andere Sprachen erlernen und vielleicht auch später im Ausland lernen oder studieren können, wenn sie es denn möchten“, sagte der Familienvater. An diesem Bildungsprofil soll auch in Zukunft festgehalten werden, betonte Europakoordinatorin Ines von der Weth.

Seit 2004 nennt sich die Einrichtung Europaschule und muss diesen Titel auch jedes Jahr verteidigen. Ein Schwerpunkt ist der regelmäßige Austausch mit polnischen Schülern. „Immerhin besteht der Kontakt schon seit 15 Jahren“, betont von der Weth. Bestandteil des Unterrichtes ist es überhaupt, die Schüler in allen Klassenstufen mit dem vereinten Europa vertraut zu machen. Das beginnt mit den europäischen Märchen in der 5. Klasse, wird über ein Beatles-Projekt in der 7. Klasse etwas musikalisch und im Sozialkundeunterricht mit Themen über die Europäische Union (EU) fortgesetzt.

Moderne Fachkabinette

Wer allerdings auf Reisen gehen will, sollte möglichst auch in vielen Bereichen – in diesem Fall Fächern – fit sein. Das Rüstzeug dafür können die Schüler jedenfalls nicht nur bei den 30 Pädagogen, sondern auch in den speziellen Klassenräumen und Fachkabinetten erlernen, die am Sonnabend allesamt besucht werden konnten. Wie beispielsweise der modern ausgestattete Werkraum. Hendrik Nadolski war hier ein gefragter Gesprächspartner. Der Lehrer für Technik und Ethik zeigte den Schülern so manche handwerklichen Kniffe und stellte Eltern die Unterrichtsfächer vor. Der Enthusiasmus war dem 27-jährigen Magdeburger anzumerken, der mit beiden Fächern eine „ideale Kombination“ gefunden hat und dem die Arbeit an der Burger Schule „großen Spaß“ bereite.

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Zufrieden war nach zweieinhalb Stunden auch Schulleiter Frank Höpfner. Mit rund 270 Interessierten wurde ein neuer Besucherrekord aufgestellt.