Möckern l „Was in den Regalen der Supermärkte fehlt, das fehlt auch uns für das Tafel-Angebot“, sagt Wolfgang Auerbach, Leiter der DRK-Suchtkrankenhilfe in Möckern. Besonders knapp sind inzwischen die haltbaren Grundnahrungsmittel wie etwa Nudeln, aber auch Obst und Gemüse geworden. Daher ist die Möckeraner Tafel jetzt noch mehr als bisher auf Spenden angewiesen. „Beim Brot geht es bisher noch“, sagt Auerbach. Geholfen werden kann mit Lebensmittelspenden und auch mit Geld, um den Betrieb der Tafel aufrechtzuerhalten. Als Ursache für die Knappheit nennt Auerbach die Hamsterkäufe und Lieferschwierigkeiten in den Supermärkten.

Die Kundschaft des DRK-Hilfsangebotes hat nicht die finanziellen Möglichkeiten, sich Vorräte mit Grundnahrungsmitteln oder Konserven anzulegen.

Beutel für Senioren mit geringer Rente

Zwei Euro pro Person werden erhoben, dafür gibt es einen standardmäßig gefüllten Beutel und, wer mag, einen weiteren, gemischt gefüllten Beutel. Das Angebot der „Tafel“ richtet sich an Menschen, bei denen die Geldbörse nicht so locker sitzt: Senioren mit geringer Rente, Studenten mit BAFöG-Anspruch sowie ALG-II Empfänger. Das Angebot in Möckern nutzen derzeit 72 Bürger. Die – ebenfalls von Möckern organisierte – „Tafel“ in Gommern wird von ähnlich vielen Bürgern in Anspruch genommen. Während aber in Gommern die Lebensmittelausgabe wegen der guten Raumbedingungen auch zu Corona-Zeiten unproblematisch ist, musste in Möckern umorganisiert werden.

„Die Tafel-Ausgabe in Möckern erfolgt seit dem gestrigen Dienstag nicht am gewohnten Ort in der Magdeburger Straße, sondern auf unserem Suchtkurve-Gelände“, sagt Wolfgang Auerbach. Hier ist zur besseren Einhaltung von Vorschriften eine Art „Fußgänger-Drive-in“ eingerichtet worden.

Vor allem ist hier mehr Platz für den Ablauf der Warenausgabe. Künftig treten die Nutzer des Angebotes im Abstand von fünf bis zehn Meter an den im Freien aufgebauten Abgabetisch heran und nehmen die Beutel in Empfang. Auerbach sichert zu, dass alle geltenden Hygienevorschriften eingehalten werden, Schutzkleidung und Desinfektionsmittel sind vorhanden. Es besteht kein direkter Kontakt zwischen ausgebenden und den in Empfang nehmenden Personen.

Angebote dienen Tagesstruktur der Klienten

Ein anderes Angebot der DRK-Suchtkrankenhilfe in Möckern ist die „Möbel-Lobby“ im Gewerbegebiet „Rutenweg“ Möckern. Hier kommt es wegen der neuen Situation zu geänderten Arbeitszeiten. Nur vormittags sind die Klienten der Suchtkurve im Gebrauchtwaren- und Möbellager tätig. Hier wird dieser Tage Wert auf Selbstabholung gelegt. Nicht geöffnet ist seit den jüngsten Anordnungen der DRK-Second-Hand-Laden „Klamotten-Mix“ in der Magdeburger Straße in Möckern. Die Arbeit in den Bereichen Möbel-Lobby, Second-Hand-Laden und bei der Tafel sind wesentlicher Bestandteil der DRK-Suchtkrankenhilfe und tragen zu zum geregelten Tagesablauf suchtkranker Klienten bei, Wolfgang Auerbach.

Kontakt: 039221/77 95 oder per email an: wolfgang.auerbach@t-online.de