Burg l Wer einkaufen geht oder mit dem Bus fährt, muss ab heute eine Maske tragen. Mit der landesweiten Maßnahme soll eine weitere Verbreitung des Coronavirus verhindert, mindestens eingedämmt werden. Die Versorgungslage mit Masken sieht in den Burger Apotheken ganz unterschiedlich aus, wie eine Umfrage am Mittwoch ergab.

„Wir haben keinen Bestand, für heute Nachmittag ist eine Lieferung angekündigt“, sagte Jessica Tereschenko von der Süd-Apotheke. Außerdem würden selbst Masken genäht, bis es daraus einen Vorrat gebe, dauere es natürlich einige Zeit.

„Masken sind der absolute Kassenschlager, wir haben aber welche da“, sagte Elisabeth Pannholzer. Der große Ansturm sorge aber auch dafür, dass bei den Anbietern einige Scharlatane unterwegs seien. Zwischenzeitlich habe es Masken für einen Einkaufspreis von 15 Euro gegeben. Das sei den Kunden nicht zuzumuten.

Teilweise überhöhte Einkaufspreise

„Gruselig“, fasste Andrea Göhren von der Roland-Apotheke die allgemeine Maskenversorgungslage zusammen. In ihrer Apotheke seien aber durchaus Exemplare vorhanden, die wohl dosiert abgegeben würden, „damit alle etwas davon haben“. Der Bedarf sei aber definitiv größer, als die Liefermöglichkeiten. Viele behaupteten, dass sich die Apotheker in diesen Wochen eine goldene Nase verdienen würden. „Dem ist nicht so, und ich würde viel lieber mein ganz normales Alltagsgeschäft haben“, stellte sie klar.

Bei der Online-Apotheke gibt es Einmalmasken gleich im 50er Pack. Auch auf dem Internet-Handelsportal Amazon gibt es Masken im Angebot. Lieferzeiten müssen natürlich einberechnet werden – dort teilweise bis zu drei Wochen.

Nicht genug Masken im Landkreis

Die Pflicht auf der einen, die Schwierigkeit, Masken zu besorgen, auf der anderen Seite veranlasste Landrat Steffen Burchhardt (SPD) gegenüber der Volksstimme zu Kritik an der Maßnahme. Die Entscheidung habe sehr überrascht und sei aktuell nicht nachvollziehbar. Erst vor wenigen Tagen habe es aufgrund der sinkenden Infektionszahlen erste Lockerungen gegeben. An der Situation habe sich nichts geändert.

„Derzeit verfügt der Landkreis nicht annähernd über genügend Masken, um die gesamten Einwohner des Landkreises zu versorgen, stellte Burchhardt klar. Mit den Beständen des Kreises seien Pflege- und Gesundheitseinrichtungen sowie Städte und Gemeinden bedacht worden.

Die Landesregierung habe erklärt, dass jeder selbst verantwortlich sei, sich um seine individuelle Schutzausrüstung zu kümmern. Nach dem Kabinettsbeschluss sieht der Landkreis aber eher die Landesregierung in der Pflicht, der Bevölkerung Schutzmasken in ausreichendem Maße zeitnah zugänglich zu machen. Aktuell stehe am Markt nicht ausreichend Material zur Verfügung.

„Ich hoffe, dass der Ministerpräsident diese Entscheidung in den kommenden Tagen noch einmal überdenkt und bei weiterer positiver Entwicklung der Fallzahlen diese Maßnahmen zeitnah zurücknimmt“, so Burchhardts Appell .

Schals und Tücher gelten als Alternative

Um die Situation zu entspannen, hat der Landkreis gestern und am Dienstag Masken an die Schulen in seiner Trägerschaft geliefert, die in der JVA Burg hergestellt worden waren. Insgesamt wurden 1400 sogenannter Communitymasken ausgeliefert. „Ursprünglich hatte das Land liefern wollen, aber das dauert noch bis kommende Woche, da sind wir in Vorleistung gegangen“, erklärte Beigeordneter Thomas Barz gegenüber der Volksstimme. Auch seien erste Handdesinfektionsmittel zu den Schulen gebracht worden.

Im Handel bereitet man sich derweil auf die neue Situation vor. So würden in den Edeka-Märkten die Kunden auf die Maskenpflicht hingewiesen. „Als Alltagsmaske im Sinne der behördlichen Verfügung gilt jeder Schutz vor Mund und Nase, der eine Ausbreitung von übertragungsfähigen Tröpfchen verringert. Ausreichend sind deshalb auch aus Baumwolle selbst geschneiderte Masken, Schals, Tücher oder Ähnliches“, erklärte Pressesprecherin Eva-Lotta Dehne. Unbeantwortet blieb die Frage, ob Kunden ohne Maske der Zutritt verweigert würde.

Maskenpflicht bei Nahverkehrsgesellschaft

Auch bei der Nahverkehrsgesellschaft Jerichower Land ist ab heute das Tragen einer Maske für alle Fahrgäste Pflicht. Darauf weisen Geschäftsführer Thomas Schlüter und Prokuristin Daniela Kramper in einer Pressemitteilung hin. Auch in den Bussen, die bis zum 3. Mai nach dem Ferienfahrplan verkehren, werden neben medizinischen Produkten auch selbst genähte Masken aus Stoff und Schals als Schutz vor einer weiteren Virusverbreitung akzeptiert.