Wahlitz l Ein Gewölbe zu bauen sei einfach, es jedoch zu reparieren wesentlich schwieriger, erklärte Heiko Fritze vom Steinmetzbetrieb Meussling, der seit dem Frühling mit der Sanierung der Klusbrücke bei Wahlitz beschäftigt ist. Derzeit werden die Lücken im Ziegelsteinmauerwerk des Gewölbes Richtung Wahlitz geschlossen. „Der Mörtel hat keine Bindekraft mehr.“ Es können immer nur wenige Steine entfernt und ersetzt werden, weil sonst das Gewölbe instabil werden könnte. Sind die extra nachgebrannten Ziegelsteine eingesetzt, wendet sich der Maurer dem ebenfalls verbauten Pretziener Quarzit und Sandstein zu. Vermutlich wurde das Gewölbe von Anfang an aus allen drei Materialien errichtet.

Oben auf der Klusbrücke wird momentan das Brüstungsmauerwerk instandgesetzt. Die vorhandenen Steine werden aufgenommen und wieder neu eingesetzt. Die südliche Brüstungsmauer ist bereits fertig. Die Holzpflöcke zwischen Mauer und Gewölberücken zeigen an, wo später das Geländer stehen wird. Die sanierte Klusbrücke erhält eine Absturzsicherung.

Keine größeren Überraschungen

Auf große Überraschungen sind die Mitarbeiter des Steinmetzbetriebes an der Klusbrücke nicht getroffen. „Wir haben uns die Brücke im Vorfeld der Kalkulation genau angesehen und wussten, was auf uns drauf zukommt.“ Lediglich das Fehlen der Pflastersteine auf einem Abschnitt der Brücke sei nicht ersichtlich gewesen. Im vorderen Bereich in Richtung Wahlitz ist das Pflaster dagegen noch in so einem guten Zustand, dass nur ein wenig ausgebessert werden muss.

Bilder

Zum Schluss der Sanierungsarbeiten wird die Klusbrücke mit einem Putz versehen. „Den finden viele nicht schön.“ Heiko Fritze kennt die Bedenken. „Aber die Brücke hatte früher auch schon Putz. Letzte Reste sind noch zu sehen.“ Außerdem diene der Putz dazu, das Bauwerk zu schützen.

Sturm könnte verzögern

Wie überall in der Einheitsgemeinde Gommern hatte Sturmtief „Paul“ auch an der Klusbrücken-Baustelle für Probleme gesorgt. Erst war die Brücke nicht zu erreichen, weil Bäume kreuz und quer über der Zufahrtsstraße lagen, dann musste die Baustelle von Ästen befreit werden, und die Rüstung hatte auch Schaden genommen. Trotzdem hofft Heiko Fritze den Fertigstellungstermin Mitte August halten zu können. Es könnte jedoch auch etwas später werden.

Die Fertigstellung der Klusbrücke soll feierlich begangen werden. Außerdem kommen dann die „Luther war hier“-Schilder zurück, schließlich hat nachgewiesen schon der Reformator die Klusbrücke benutzt.