Karneval in Gommern

Der GCC lässt die Korken knallen

Die 59. Session des GCC ist Geschichte. Eine denkwürdige noch dazu. Sämtliche Festveranstaltungen mussten abgesagt werden. Nun hoffen die Gommeraner Narren und Jecken auf die 60. Session.

Von Thomas Schäfer 26.07.2021, 16:43
Beim Sommerfest des Gommeraner Carneval Clubs tanzten sich die Mitglieder den Frust über die ausgefallene 59. Session von der Seele.
Beim Sommerfest des Gommeraner Carneval Clubs tanzten sich die Mitglieder den Frust über die ausgefallene 59. Session von der Seele. Foto: Thomas Schäfer

Gommern - „I would walk 500 miles“, klang es Sonnabend Abend gegen 20 Uhr lautstark aus den Musikboxen. DJ Hendrik hatte zum Formationstanz gebeten, und die Mitglieder des GCC stürmten auf die Wiese. Zum allseits bekannten Hit der schottischen Band „The Proclaimers“ tanzten sie in Reih und Glied, hakten sich unter, drehten Pirouetten und sprangen und sagen.

Fast schien es, als wollten sie all den Frust über die ausgefallene 59. Session wegtanzen, weglachen und -singen. Das ist nur allzu verständlich, war das Sommerfest des GCC am Sonnabend auf dem Außengelände bei Amarjit doch die erste Präsenzveranstaltung seit Oktober 2020.

Um 15 Uhr startete der karnevalistische Nachmittag mit einer Radtour am Feuerwehrgerätehaus der Gommeraner Wehr. Nach einem etwa acht Kilometer langem Kurs und einer Fahrzeit knapp über einer Stunde, versammelten sich die Jecken bei Amarjit zu ihrem traditionellen Sommerfest. Unter strengen Hygieneauflagen – geimpft, genesen, getestet – die rigoros kontrolliert und eingehalten wurden - konnte die Party starten.

Und tatsächlich, getreu dem Motto der 59. Session „Beim GCC die Korken knallen, wenn irgendwann die Masken fallen“, knallten die Korken im übertragenen Sinne tatsächlich. Sie Sehnsucht nach karnevalistischen Tätigkeiten, Geselligkeit und einfach nur wieder mit vielen Leuten etwas gemeinsam machen zu können, stand vielen Anwesenden ins Gesicht geschrieben.

Session wird lange in Erinnerung bleiben

Die 59. Session des Gommeraner Carneval Clubs wird noch lange in Erinnerung bleiben, nicht wie sonst üblich bei den Karnevalisten wegen fantastischer Festsitzungen und jubelndem Publikum, sondern wegen der Frage: Wie agiert man als Karnevalverein in Zeiten einer Pandemie? In Zeiten, wo all das abgesagt und ausfallen muss, wofür man monatelang übt und trainiert, wofür das Herz schlägt? Wie hält man den Verein beisammen und den Kontakt zum Publikum aufrecht?

Der GCC zeigte sich dabei äußerst einfallsreich. „Unsere Paketaktion zum Rosenmontag ist auf viel Resonanz gestoßen“, erinnert sich Eckhard Camin, Vorsitzender des GCC. Mit kleinen Überraschungen gefüllte Pakete wurden für einen Obolus an Fans, Sponsoren und alle am GCC Interessierten verschickt. „Inklusive Konfetti“, lacht Eckhard Camin. „So hatten sie zumindest ein wenig Karneval zu Hause.“

Mit großer Hoffnung laufen nun bereits die Vorbereitungen für die 60. Session. Große Hoffnung auf ein weiteres Eindämmen der Coronavirus-Pandemie und gut besuchte Festveranstaltungen mit viel Applaus und ausgelassener Stimmung.

Anna-Lena freut sich über den Sessionsorden.
Anna-Lena freut sich über den Sessionsorden.
Foto: Thomas Schäfer
Die Ehle-Bullen zeigten ihr grazil-tänzerisches Können.
Die Ehle-Bullen zeigten ihr grazil-tänzerisches Können.
Foto: Thomas Schäfer