Gemeinsamer Gedenkort für sowjetische und deutsche Weltkriegstote in Burg

Das sowjetische Ehrenmal mit dem Panzer T 34 wurde samt Außenanlagen für 177 500 Euro saniert. Das Land steuerte 165 000 Euro bei. Auf 20 Gedenktafeln wird der 539 namentlich bekannter und 13 unbekannter Sowjetbürger gedach, die im Krieg oder kurz danach, bei der Zwangsarbeit oder bei Bombardements in und um Burg ums Leben kamen.

Auf dem im 2. Weltkrieg angelegten deutschen Soldatenfriedhof wurden die 422 Grabstellen Gefallenen aufgearbeitet und teilweise erneuert. 120 000 Euro betrugen die Investitionskosten. Das Land unterstützte mit 110 000 Euro. Die Kriegsgräberfürsorge gab 7200 Euro dazu.

Neu entstanden ist als gemeinsamer Gedenkort das Projekt „Fundstellen“. Auf 19 gusseisernen Tafeln werden den Besuchern der Anlagen die gesichtlichen Ereignisse und Persönlichkeiten nahe gebracht, die die Geschicke der Stadt Burg mitgestaltet haben. Erinnert wird zum Beispiel an das Ehrenmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs. Es musste beim Neubau der Schwimmhalle weichen. (am)

Burg l Am frisch sanierten sowjetischen Ehrenmal wird jetzt 539 namentlich bekannter und 13 unbekannter sowjetischer Bürger gedacht, die im Zweiten Weltkrieg oder kurz danach in Burg und der Umgebung getötet wurden oder gestorben sind. Das sind 167 mehr als bisher. Diese Namen von Opfern hatte die russische Botschaft an die Stadt Burg im Rahmen der Projektarbeit für die Sanierung des Ehrenmals übergeben. Daran erinnerte am Dienstag Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) bei der feierlichen Weihe der neuen Anlage.

Zum Gesamtkomplex gehören auch das sanierte Ehrenmal für die deutschen Weltkriegstoten und das Projekt „Fundstellen“. Rehbaum würdigte die entstandene Gesamtanlage als „zentralen Ort des Gedenkens der Toten und als Erklärung für die nachfolgenden Generationen“.

Stumme Zeitzeugen

Die über 500 sowjetischen Bürger, die in Burg ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, hätten für egoistische Interessen sterben müssen, sagte Alexandr Gribovskii, der stellvertretende Leiter des Büros für Kriegsgräberfürsorge und Gedenkarbeit an der russischen Botschaft. „Sie sind für unsere Zukunft gestorben. Sie sind stumme Zeugen einer Zeit, die nie wieder kommen soll. Sie sind eine Mahnung zum Frieden.“

Bilder

Gribovskii dankte der Stadt Burg und allen Beteiligten für die Sanierung des Ehrenmals und die partnerschaftliche Zusammenarbeit der deutschen und russischen Seite. Nach dem gemeinsamen Gedenken in der Ahornallee und am sowjetischen Ehrenmal ging Gribowskii auch zum deutschen Ehrenmal hinüber, legte Blumen nieder und verharrte dort einige Zeit.

„Wir verneigen uns vor den Toten“, sagte Innenminister Holger Stahlknecht (CDU). An Erinnerungsorten wie diesem in Burg mit seinen fast 1000 sowjetischen und deutschen Toten ginge es auch um die Besinnung auf die Verantwortung zu Versöhnung, Verständigung, die Hoffnung auf Frieden und unteilbare Menschenrechte.

Achtung vor dem Leben

„Den Toten eine Stimme geben“, forderte Dieter Steinecke, Landesvorsitzender der Kriegsgräberfürsorge. Ihr Vermächtnis für die nachfolgenden Generationen und für die Zukunft sei, sich für Frieden, Achtung vor dem Leben und für friedliche Zusammenarbeit einzusetzen. Dies sei dringend nötig. Steinecke verwies auf die Opfer von Krieg, Gewalt, Flucht und Vertreibung von damals und heute.

Rund 300 000 Euro sind in die Sanierung und Neugestaltung der beiden Burger Ehrenmale zum Gedenken an die Weltkriegstoten geflossen. Zusammen mit dem gemeinsamen Gedenkort in der Ahornallee des Goetheparks ist ein würdevoller Erinnerungsort entstanden.

Zum Abschluss des Gedenkens hielt der evangelische Pfarrer Peter Gümbel aus Burg Gebet und Fürbitte für die Toten, auch als Mahnung für eine friedliche Zukunft. Boris Ustimenko, Erzpriester der russisch-orthodoxen Gemeinde „Allerheiligen“, segnete „diesen heiligen Platz“.