Niegripp l Das Erntedankfest im Elbort Niegripp ist immer etwas Besonderes. Denn es findet nur alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Sportfest statt. Nach dem zweiten zu trockenen Sommer war es nur richtig, dass die Niegripper am Sonnabend bei schönstem Spätsommerwetter ihre Veranstaltung rund um die Kirche feiern konnten.

Einen traditionellen Erntedankumzug gab es auch im Dorf. „Das war einfach toll in diesem Jahr, alle Akteure haben sich richtig Mühe gegeben“, sagte Ortschaftsrat Ulf Möbius (SPD), der wie bei jedem Erntedankfest sich erneut in die Organisation mit Heimatverein, der Feuerwehr, den Freunden der alten Traktoren und den Unternehmen sowie der Frauengruppen eingebracht hatte. Ganz besonders war ihm aufgefallen, dass die Niegripper den Fußweg vor den Häusern an der Hauptstraße sehr gepflegt hatten. Viele Anwohner hatten ihre Häuser in diesem Jahr festlich zum Erntedankfest geschmückt. Zum Umzug saßen die Anwohner vor den Häusern, um den Teilnehmern zu winken. Das habe ihn sehr gefreut und gezeigt, dass die Bürger im Ort zusammenstehen, sagte er.

Gelungene Dekorationen

Organisiert war das Erntedankfest von den vielen Akteuren vor allem für die Freunde des Genusses. Überall gab es leckere Speisen. Die Mitglieder des Heimatvereins hatten sich zudem ebenso vorbereitet und vor allem vor dem Fest an der Dekoration gebastelt. Große Blumen stellten die Frauen her. Mit ihrem Angebot konzentrierten sie sich zudem ganz auf die weiblichen Besucher. Sechs Sorten Bowle hatten die Frauen vorbereitet.

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Eigentlich sollten die leckeren Getränke bis zum Abend reichen. Doch schon nach gut eineinhalb Stunden stießen die Frauen mit den Kellen auf den Boden der großen Bowle-Gefäße. „Das hätte ich nicht gedacht. Die Resonanz ist einfach überwältigend“, sagte Heimatvereinsvorsitzende Kristin Meier. Sie freute sich zusammen mit ihren Vereinskollegen über die große, kaum erwartete Nachfrage. Doch die verschiedenfarbigen und geschmacklich unterschiedlich komponierten Getränke kamen an.

Auf der anderen Straßenseite vor den vielen alten Landmaschinen hatte sich Karola Huchel aus Ihleburg aufgebaut. Große, runde Brote schnitt sie in breite Scheiben und bestrich sie mit Schmalz. Dazu gab es eine Gurke. Auch dieses Angebot kam an. Mit der eintägigen Bäckerei wollte sie an die Vorfahren in ihrer Familie erinnern, die das Handwerk einst ausübten. Einen Tag lang mache ihr das sehr großen Spaß, sagte sie. Doch ihr ganzes Leben wolle sie das nicht machen. Der Tag habe ihr gezeigt, wie hart das Arbeitsleben eines Bäckers sei – von den Arbeitsstunden ganz zu schweigen. Die Besucher haben es jedenfalls richtig gedankt. Sie erlebten viel Kurzweil. Kein Wunder, dass es viele zufriedene Gesichter gab.