Nedlitz l Von den 17 Lesekindern zu den 135 Mitgliedern des SV Germania, von der ausgelasteten Kita „Gänseblümchen“ zu den emsigen Mitgliedern von Heimatstube, Bücherei, Näh- und Bastelstube. Hinüber zur Feuerwehr und ins Straußenland. Mit einem gedanklichen Rundgang leitete Ortsbürgermeisterin Christine Becker die Festsitzung anlässlich des Nedlitzer Dreifachjubiläums ein. „In Nedlitz spürt man an jeder Ecke die Liebe zum Ort.“

Weil viele Einwohner sich für ihren Ort engagieren und Aufgaben übernehmen, sei Nedlitz bunter als andere Dörfer, pflichtete Landrat Steffen Burchhardt bei. Außerdem verfüge die Ortschaft über eine „ganz tolle Ortsbürgermeisterin“. Seinen Zuruf „Haltet sie fest!“ werden die Nedlitzer wohl befolgen. Der starke Beifall lässt keine andere Deutung zu.

Blick in die Statistik

Mit 670 Einwohnern sind 13 mehr als noch zur 1050-Jahr-Feier in Nedlitz zu Hause. Die jüngsten drei wurden in diesem Jahr erst geboren. Die ältesten Einwohner sind um die 90 Jahre alt. Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein hatte in die Statistik geschaut. Er lobte Nedlitz als moderne Ortschaft mit einem starken gesellschaftlichen Leben. „Ohne die Feuerwehr wäre unser Leben ärmer.“ Die Nedlitzer Kameraden seien „eine stabile Säule in der Ortschaft“.

Bilder

Der Ortschaftsrat schenkte den Mitgliedern der Ortsfeuerwehr Polo-Shirts mit Jubiläumsaufdruck. Das erste Exemplar erhielt Ortswehrleiter Peter Lange aus den Händen von Christine Becker.

Der Ortswehrleiter nutzte die Festsitzung für seinen Rückblick auf 2017. Besonders zwei Einsätze stachen heraus: Zum einen mussten die Feuerwehrleute ihren ersten Verkehrstoten bergen. Zum anderen hatte ein Baby aus einem Auto gerettet werden müssen. Der Schlüssel lag im Fahrzeug. Das Auto hatte sich selber verriegelt.

Emotionaler Moment

Peter Lange sorgte für den emotionalsten Moment des Abends. Er bat Stefan Theuerkauf von der Partnerwehr Ackendorf nach vorne. Nach einem Schlaganfall kann er keinen aktiven Dienst mehr versehen. In Nedlitz wurde er in die Alters- und Ehrenabteilung aufgenommen. Seine Freude war groß. Einige Tränen flossen in diesem Moment. Die Gäste erhoben sich und spendeten lange Beifall.

Aus „bewahren, aber auch erneuern“ besteht nach Uwe Hase die Chance des traditionellen Handwerks. Seit 85 Jahren betreibt seine Familie die Sattlerei in Nedlitz. Mit seinem Sohn Fabian, der gerade in der Ausbildung steckt, steht die nächste Generation bereit. In seiner Festrede bedankte sich Uwe Hase nicht zuletzt bei seiner Mutter Hiltrud, die unermüdlich sei. Er ging auf das Auf und Ab ein, das die Sattlerei über die Jahre durchzustehen hatte.

Einbruch mit der Wende

Nach dem Zweiten Weltkrieg die Probleme mit der Materialversorgung, zu DDR-Zeiten habe es für den Pferdesport lange nicht rosig ausgesehen. Dann mit der Wende der nächste Einbruch. Aber die Investitionen und die Einstellung „besser sein als die Konkurrenz“ brachten den Erfolg zurück. Inzwischen sind Produkte der Sattlerei Hase in Großbritannien, Indien oder China bekannt. „Setzen Sie sich für das Handwerk ein!“, wünschte sich Uwe Hase von den anwesenden Politikern. Im Anschluss an den offiziellen Teil wurde das reichhaltige Buffett eröffnet.