Möckern l Wenn sich andere Bürger der Einheitsgemeinde Möckern am Sonnabendmorgen noch einmal im Bett umdrehen, stehen 21 Männer und drei Frauen seit Januar 2019 etwas früher auf, um Feuerwehrmann oder -frau zu werden.

Am vergangenen Sonnabend fand die Ausbildung im Gerätehaus Möckern am Lochower Weg statt. Auch, weil hier die einzige Drehleiter der Stadt untergestellt ist. Bei unangenehmen Temperaturen und Regen standen die angehenden Feuerwehrleute um die Feuerwehrfahrzeuge und ließen sich die Technik erklären. Die Ausbildung übernehmen erfahrene Kameraden und Mitglieder der Stadtwehrleitung. „Egal was für ein Wetter ist, der Lehrgang findet statt“, sagt einer der Ausbilder. „Beim Einsatz fragt ja auch keiner, ob es regnet.“

Noch bis zum 13. April besuchen die Anwärter den Feuerwehrlehrgang „Truppmann I“. Er ist die Grundvoraussetzung, wenn man aktives Feuerwehrmitglied werden möchte, erklärt Stadtfeuerwehrleiter Meik Schulz: „Der Grundlehrgang Truppmann Teil 1 ist mit zwölf Veranstaltungen geplant und umfasst 80 Ausbildungsstunden.“ Nach bestandener Prüfung im praktischen und theoretischen Teil folgt der zweite Teil des Truppmann-Lehrgangs, in dem etwa die Funkausbildung und der Umgang mit feuerwehrtechnischem vertieft wird.

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Ist auch dieser Lehrgang bestanden, dürfen sich die Absolventen Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau nennen.

In der Stadt Möckern sind mit Stand 31. Dezember 2018 insgesamt  499 aktive Kameradinnen und Kameraden in den Ortsfeuerwehren gemeldet, so Meik Schulz weiter. Zur Einsatzbereitschaft in den Orten sagt er: „Wir sind in allen wehren personell hinterlegt, keine Ortsfeuerwehr ist abgemeldet und auch in den Wehren, die zuletzt Sorgen bereitet hatten, sind bis zu zehn Kameraden.“

Lehrgang

Bei dem aktuell laufenden Lehrgang Truppmann I nehmen 24 Mitglieder aus 12 Ortswehren teil. „Die Teilnehmerzahl ist sehr gut und es lässt sich mit dieser Anzahl eine gute Ausbildung organisieren“, ist der Stadtwehrleiter überzeugt.

Im Jahr 2018 waren es mit 33 Lehrgangsteilnehmern zwar mehr, „aber mit der Anzahl lässt es sich sehr schwer organisieren. Wir hatten eine Obergrenze von 24 Teilnehmer pro Lehrgang festgelegt. Wenn es mehr geworden wären hätten wir einen zweiten Lehrgang aufrufen müssen“, so Schulz.

Auch in der Küche des Möckeraner Feuerwehrgerätehauses ist man froh, wenn es nicht noch mehr Kursteilnehmer sind. Denn hier sind Uwe Krotki, Dirk Niemann und Hartmut Reintsch für die Verpflegung der Lehrgangsteilnehmer zuständig. Und mit nur einem handelsüblichen Herd lässt sich so schnell nicht zaubern. Für den vergangenen Sonnabend hatten die Küchenprofis Jägerschnitzel auf die Speisekarte gesetzt. Eine große elektrische Pfanne sollte helfen, dass die Crew pünktlich mit dem Mittagessen fertig wird. Zusätzlich haben die ehrenamtlichen Küchenhelfer literweise Kaffee und Tee gekocht.

Auch für das Küchenteam ist so ein Lehrgang eine gute Übung. Denn auch wenn es wirklich brennt, und sich abzeichnet, dass es ein längerer Einsatz wird, kümmern sich die Kameraden um die Verpflegung: „Für etwa 80 bis 100 Leute können wir die Erstverpflegung sofort garantieren“, sagt Uwe Krotki. Wobei unter dem Begriff „Mahlzeit“ dann auch mal auch „nur“ Würstchen und Brot fallen kann.