Burg l Bestrebungen, einen anderen und vor allem auch größeren Standort für die Burger Ortsfeuerwehr zu finden und den Platz in der Brüderstraße 42 aufzugeben, gehen bis in die 70er Jahre zurück. Damals sei schon in einem Protokoll festgehalten worden, dieses Ziel zu verfolgen, sagt Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD). Nach einigen Jahrzehnten mit steigenden Einsatzzahlen und neuen, größeren Fahrzeugen und Herausforderungen will die Stadt jetzt „mit aller Ernsthaftigkeit“ diesen Weg gehen. Vor allem deshalb, weil der bisherige Standort längst nicht mehr den Anforderungen eines zeitgemäßen Gerätehauses entspricht und die Feuerwehr-Unfallkasse dies mehrfach beanstandet hatte.

Die Mängelliste ist deshalb nicht gerade kurz. So wird darauf verwiesen, dass es in der Brüderstraße keine baulichen Erweiterungsmöglichkeiten gibt, Zu- und Ausfahrten kritisch einzuordnen sind, im gesamten Gebäude eine „drangvolle Enge“ herrscht, die Kameraden ihr Fahrzeuge im Alarmfall nicht geordnet abstellen können oder Umkleideräume fehlen. „Insgesamt ist das Areal von seiner Funktionalität her nicht mehr für die Zukunft geeignet“, macht Rehbaum klar. Zudem häufen sich seit Beginn des Jahres die Schadensmeldungen über freiliegende Bewehrungen in der Geschossdecke zur Fahrzeughalle im Keller. Daraufhin wurde ein Ingenieurbüro beauftragt, das Haus aus Sicherheitsgründen unter die Lupe zu nehmen. Die Experten stellten Betonabplatzungen und Korrosionsschäden fest, eine aktuelle Einsturzgefahr jedoch nicht – zumindest bis Jahresende. Allerdings müssen Auflagen erfüllt werden. Demnach ist ein Schadenskataster zwingend notwendig, ein Bauingenieur soll die Konstruktionsunterlagen prüfen und gegebenenfalls statische Nachrechnungen durchführen. Und auch die Feuerwehrleute selbst müssen Obacht geben, beispielsweise langsam in das Gebäude ein- und ausfahren, um größere Schwingungen oder Erschütterungen zu vermeiden. „Es besteht keine akute Gefahr, aber wir müssen auf Nummer sicher gehen“, so Rehbaum.

Nicht jede Fläche geeignet

Wann die Feuerwehr mit einem neuen Standort rechnen kann, ist noch unklar, denn nicht jede Fläche ist geeignet, ergänzt Pressesprecher Bernhard Ruth. Vor Monaten war eine Fläche am Conrad-Tack-Ring im Gespräch. Zu dieser Zeit gab es allerdings noch keine Gespräche mit dem Eigentümer.

Die Stadt hat diesbezüglich klare Parameter für ein Grundstück angesetzt. Das sollte in erster Linie zentral gelegen sein, um die Ausrückezeiten einzuhalten. Um alle insgesamt 16 Fahrzeuge, inklusive Hänger, sowie Stellflächen, Diensträume, Sanitärbereiche und eine Übungsfläche mit in das Gerätehaus zu integrieren, sind nach Plänen der Verwaltung mindestens 4500 Quadratmeter erforderlich, besser noch etwas mehr. „Das Vorhaben wird etwas Zeit brauchen, aber wir binden die Kameraden von Anfang an mit in den Prozess ein“, sagt Rehbaum.