Friedensau l „Absolut überrascht“ zeigte sich gestern Lotto-Geschäftsführerin Maren Sieb angesichts des Angebotes auf dem Zeltplatz Friedensau und vor allem beim Anblick der fast fertigen Arena: „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir etwas Vergleichbares schon mal in Sachsen-Anhalt hatten.“ Nur mit dem Arbeitstitel „Arena 2.0“ komme sie nicht so recht klar, wo doch die Jugendlichen heute genug in digitalen Begriffen denken. Stattdessen stellt sie weitere Mittel aus einem Lotto-Programm in Aussicht, welches seit Januar Trinkbrunnen für Bildungseinrichtungen fördert: „Das passt hier super her“, ist Maren Sieb überzeugt.

Neue Sensibilität

Was das digitale Streben der Jugend betrifft, kann Maren Sieb beruhigt werden: Internet und Funkempfang sind auf dem Zeltplatz der Adventjugend in Friedensau eher Seltenheit und das Lotto-Fördergeld wird auch nicht für einen Funkmast eingesetzt. Im Gegenteil, es geht vielmehr um die Grundbedürfnisse, die es auf so einem Zeltplatz zu befriedigen gilt: Im Zuge des Neubaus eines Funktionsgebäudes sollen die Duschen im Sanitärtrakt erneuert werden.

Der nur nach Geschlechtern getrennte Wasch- und Umkleidebereich für Gruppen mit abgetrennten Einzelduschkabinen macht generell einen ordentlichen Eindruck. Dazu erläutert der Projektleiter Günter Sachse: „Als das vor 25 Jahren gebaut wurde, war es so üblich. Aber bei unserer geänderten Sensilibilität im Kinder- und Jugendbereich ist es so eigentlich nicht mehr tragbar. Die Duschen werden vollkommen umgestaltet, so dass dem Rechnung getragen wird.“

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Mit Blick auf die „anspruchsvollen Forderungen der Kirchenleitung an das Schutzkonzept der Kinder- und Jugendarbeit“ wolle man alles tun, damit Eltern ihre Kinder ruhigen Gewissens auf den Zeltplatz Friedensau geben könnten. Mit dem Konzept werde man auch Wasser sparen können. „Umweltschutz, Wirtschaftlichkeit und Ökologie lassen sich besser realisieren, und das bei dem Anspruch sozial-verträglicher Kosten für die Nutzer. Jeder soll es sich hier leisten können“, so der Projektleiter. Im Rahmen der Erweiterung des bisherigen Sanitärtraktes entstand ein Wirtschafts- und Sanitärkomplex für Familien und kleinere Gruppen. Mit den durch Lotto geförderten Maßnahmen habe man auf dem Zeltplatz noch bessere Möglichkeiten, freute sich der Friedensauer Hochschulkanzler Tobias Koch.

Größte Versammlungsstätte im Landkreis

Seinen Angaben zufolge fließen in das Gesamtprojekt Zeltplatz 2,5 Millionen Euro: „Ein guter Beitrag für das ganze Bundesland“, ist Koch sicher. Die Theologische Hochschule ist Mitgesellschafter der gemeinnützigen Zeltplatz Friedensau GmbH.

Natürlich ließ es sich Lotto-Geschäftsführerin Maren Sieb nicht nehmen, einen Blick in die werdende „Arena 2.0“ zu werfen. Noch in diesem Sommer soll die mit einer lichtdurchlässigen Plane überspannte feststehende Konstruktion eingeweiht werden. Im Idealfall schon beim Himmelfahrtslager der Pfadfinder. Doch vor dem 15. Mai sei mit einer Bauabnahme nicht zu rechnen, schätzen Zeltplatzleiterin Sabine Schorch und Ortsbürgermeister Rüdiger Schröter. Anders als der Vorgängerbau stören dann keine Stützstreben in der Mitte den Blick auf die Bühne. Neu ist die Empore, die über dem Eingang Platz für Chöre oder kleinere Veranstaltungen bietet. Auch verfügt die „Arena 2.0“ ebenerdig über einen modernen rückwärtigen Bereich für Künstler. 1500 Personen finden hier demnächst Platz. Damit wird der Nachfolgebau des bisherigen, saisonal aufgebauten Zelts die größte Versammlungsstätte im Landkreis Jerichower Landes.