Körbelitz l Ob der Ortschaftsrat noch mit offenen Augen durch Körbelitz geht, wollte Reiner Bornemann in der Einwohner-Fragestunde des Ortschaftsrates wissen. Er habe nämlich nicht den Eindruck, denn sonst stünde jetzt nicht ein Trafohäuschen vor dem Friedhof, das „den Eindruck des Platzes vernichtet“.

Als vor einigen Jahren die Trauerhalle gebaut wurde, hatten sich Verantwortliche und Einwohner Gedanken darüber gemacht, wie man die Trauerhalle auf der einen und den nicht weit entfernten Kindergarten auf der anderen Seite, quasi Tod und Leben, miteinander verbinden könnte. Die Trauerhalle erhielt letztlich symbolisch eine bunte Fensterfront in Richtung Kindertagesstätte.

Maßnahme zerstört Arbeit Ehrenamtlicher

Eine Vielzahl ehrenamtlicher Helfer hatte sich damals daran beteiligt, den Platz vor der Trauerhalle herzurichten. Eine Arbeit, die durch die aktuelle Baumaßnahme zunichte gemacht wurde.

„Mir ist es auch aufgefallen“, sagte Ortsbürgermeisterin Ingeborg Schwenck. „Ich habe mich daraufhin in der Verwaltung erkundigt.“ Ihr sei aus der Gemeindeverwaltung mitgeteilt worden, dass der Bau genehmigt ist und alles ordnungsgemäß verlaufe. Es sei schade, dass der Ortschaftsrat nicht im Vorfeld eingebunden gewesen sei, betonte Schwenck.

Ortschaftsrat sollte angehört werden

Tatsächlich ist der Ortschaftsrat laut Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt „zu wichtigen Angelegenheiten, die die Ortschaft betreffen“ anzuhören und kann anschließend ein Votum zu der Angelegenheit abgeben. Dieses ist jedoch nicht bindend.

„Wenn der Ortschaftsrat nicht eingebunden war, dann muss ich mich entschuldigen“, sagte Gemeindebürgermeister Bernd Köppen. Nach seinem Kenntnisstand sollte die ursprüngliche Trasse wieder genutzt werden und das habe zum jetzigen Standort der Trafostation geführt. Auch er betonte, dass die Bearbeitung seitens der Verwaltung ordnungsgemäß durchgeführt wurde.

Ortschaftsrat wird sich mit Thema befassen

Ortschaftsrat Guido Steffen zeigte sich verärgert. „Dass der Ortschaftsrat nicht beteiligt war, ist nicht in Ordnung, denn er ist bei Bauvorhaben anzuhören“, sagte er. Weder der alte noch der neue Ortschaftsrat hätte aus seiner Sicht diesem Standort des Trafohauses zugestimmt. Steffen schlug vor, dass die Befassung im Ortschaftsrat nachgeholt wird. „Das Ganze ist aus meiner Sicht heilbar“, meinte er. So ein Trafohäuschen ließe sich schließlich auch wieder versetzen.