Burger Heide

Gemeinsam für ein Biotop

Bundesforst und Bundeswehr haben am Dienstag etwas für die Umwelt getan. 40 Hektar Burger Heide wurden gepflegt.

Von Tobias Dachenhausen

Burg l Die Anweisungen von Björn Ladwig sind eindeutig. Seine 40 Soldaten stellen sich in einer Reihe auf, um die insgesamt 40 Hektar der Burger Heide großflächig absuchen zu können. Nur wenige Meter ist der Abstand zwischen den einzelnen Soldaten. "Halt", ruft er. Dann suchen die Soldaten in ihrem Umkreis nach Traubenkirsche und Kiefern, die im Biotop der Burger Heide, einem europäischen Schutzgebiet, nichts zu suchen haben. Darum werden sie mit der Hand rausgerissen. Dann geht es Schritt für Schritt weiter.
Was für die Bundeswehr ein Umwelttag ist, ist für die Bundesforst eine ganz wichtiges jährliches Ereignis. "Die Burger Heide ist ein menschengemachtes Biotop. Dieses Offenland in so einer gut erhaltenen Form gibt es in Deutschland nicht häufig. Machen wir nichts, wächst es ganz schnell zu", erklärt Christian Block vom Bundesforstbetrieb Nördliches Sachsen-Anhalt. Und Vogelarten wie der Ziegenmelker oder der Wiedehopf würden hier nicht leben wollen. Also wird jedes Jahr das Gebiet von Birken, Kiefern und Traubenkirschen befreit. Und das ist in dieser Regelmäßigkeit auch notwendig. "Die Kiefer beispielsweise wächst im Jahr etwa 30 bis 40 Zentimeter, entsprechend prägen sich die Wurzeln aus. Lassen wir mehr Zeit vergehen, lassen sie sich nicht mehr so einfach mit der Hand rausreißen", sagt Block.
Von diesen großen Exemplaren gibt es aber auch am Dienstag einige. Und für diese Aufgaben stellt das Bundeswehrdienstleistungszentrum Radlader, Feldumschlaggerät und zwei Fahrzeuge zum Transport zur Verfügung. "Es ist ein bewährtes Dreieick, was sich in den vergangenen Jahren hier gebildet hat und es ist schön, so diesen Arbeitseinsatz regelmäßig fortzusetzen", so Block. Die Soldaten werden im Vorfeld von vier Forstmitarbeitern fachlich eingewiesen. Ohne diese Anzahl an Menschen wäre es nicht möglich, die Fläche abzusuchen, betont Block und nennt damit einen weiteren Vorteil in der Zusammenarbeit mit der Bundeswehr.
Die 40 Mitstreiter kommen aus allen Bereichen des Burger Bataillons. "Es ist eine Unterstützungsleistung zum Erhalt dieser Fläche", sagt Björn Ladwig. Da die Bundeswehr das Gebiet als Standort für einen Übungsplatz nutzt, sei ohnehin ein gewisses Eigeninteresse an der Pflege vorhanden.
Besonders die Traubenkirsche macht den Forstleuten in der Burger Heide zu schaffen. "Die werden wir nicht los. Wir könnten Gift versprühen, aber das machen wir nicht, weil wir uns hier in einem Naturschutzgebiet befinden", macht Block deutlich. Diese Pflanzen muss vollständig an der Wurzel gepackt und dann entfernt werden. "Abschlagen bringt da nichts, aus einem Trieb würden fünf neue wachsen", erklärt der Revierleiter. Bei der Kiefer sei dieses Problem nicht gegeben, die könne oft einfach mit der Hand rausgezogen werden.
Und genau das machen die 40 Soldaten am Dienstag, während sich die Forstarbeiter mit dem schweren Gerät um die großgewachsenen Pflanzen kümmern. Am Ende des Tages kommen fünf bis sechs Lkw-Ladungen zusammen. Der Grünschnitt wird an einer Stelle des Platzes gesammelt. Und im nächsten Jahr geht es wieder von vorne los.