Burg l „Al-Salman“, so heißt ein syrisches Lebensmittelgeschäft in der Schartauer Straße. Die arabische Grußformel heißt soviel wie „Frieden“. Doch vor zwei Tagen ging es so ganz und gar nicht friedlich an dem Geschäft zu. Bislang noch unbekannte Täter versuchten, es in Brand zu setzen. Doch das misslang. Die Bewohner des Mehrfamilienhauses blieben von einer Katastrophe verschont.

Am Dienstag ist das Geschäft geschlossen. Die Regale sind leergeräumt, der Imbissstand ist im Geschäft geblieben, vor der Eingangstür liegen Stapelbehälter in verschiedenen Farben. Die meisten von ihnen sind leer, in einem sind noch ein paar verpackte Fladenbrote.

Laut Volksstimme-Informationen dürfen in dem Geschäft zunächst keine Waren mehr verkauft werden, weil bei der versuchten Brandstiftung Benzin in das Geschäft gekippt worden sei. Diese Information mag Beatrix Mertens, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Stendal, nicht bestätigen. Zuständig für die Kontrolle ist der Landkreis. Beigeordneter Thomas Barz spricht von einem Brandbeschleuniger. Verbraucherschutz, Eigentümer und Versicherung würden miteinander abgleichen, welche Waren noch verkauft werden dürfen.

Feuerwehr untersuchte Flüssigkeit

Am Montagnachmittag haben Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Burg in Schutzbekleidung das Geschäft untersucht. „Durch die Flüssigkeit war in dem geschlossenen Raum ein stechender Geruch entstanden, da mussten Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden“, erklärt Ortswehrleiter Jens Wiedemann gegenüber der Volksstimme.

Schließlich hätte es sich auch um ein hochgiftiges Gas handeln können. Während der Messungen ist das Haus evakuiert worden. Wobei genau es sich bei der Substanz handelte, darf aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt werden. Täterwissen soll nicht über die Zeitung verbreitet werden.

Ortswechsel. Nachdenklich schaut Mustafa Erusta aus dem Fenster seines Dönerimbisses an der Zerbster Straße in den trüben Dienstagvormittag. Nein, Angst habe er durch den Vorfall nicht. „Aber man denkt natürlich darüber nach“, sagt er, „ich bin auch Ausländer, das ist mein Geschäft, wer ist als Nächstes ein Ziel.“ Es sei doch so lange ruhig gewesen und jetzt auf einmal passiere wieder etwas. Den Eindruck bestätigt die Pressesprecherin. Ihr sei kein vergleichbarer Fall von Übergriffen auf Geschäfte dieser Art in der jüngeren Vergangenheit bekannt.

Und sie bestätigt auch einen ganz klaren Anhaltspunkt für einen politischen Hintergrund der Tat. „An der Eingangstür war ein großes Hakenkreuz“, sagt sie im Gespräch mit der Volksstimme. Mittlerweile sei eine Ermittlungsgruppe gegründet worden, um die Arbeit zu konzentrieren. Zur Gruppe gehören Polizisten aus dem Revierkriminaldienst in Burg und Kräfte aus dem in Stendal angesiedelten Fachkommissariat.

Streifentätigkeit wird erhöht

Ein Ausbreiten des Feuers konnte verhindert werden und auch wenn niemand zu Schaden gekommen sei, handele es sich nicht nur um versuchte Brandstiftung. Da es sich um ein bewohntes Mehrfamilienhaus handelt, in dem der Supermarkt angesiedelt ist, lautet das Delikt nun „versuchte schwere Brandstiftung“, so Mertens. Schwere Brandstiftung bedeutet, dass eine Räumlichkeit, die Menschen als Wohnraum oder ein Raum,. der Menschen als Aufenthaltsort dient, in Brand gesetzt oder durch einen Brand ganz oder teilweise zerstört wird. Laut Paragraph 306a des Strafgesetzbuches steht darauf eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren.

Die Polizei zieht auch Konsequenzen für die eigene Arbeit aus dem Vorfall von Sonntagnacht. So wird laut Mertens die Streifentätigkeit erhöht, „außerdem sind die Kollegen noch besonders sensibilisiert“.

Noch gibt es keine konkreten Hinweise auf den Tathergang oder die Täter. Daher sucht die Polizei weiterhin nach Zeugen, die Hinweise zur Tat geben können.