Kompetenzzentrum

Helios-Kliniken in Vogelsang und Zerbst arbeiten verstärkt zusammen

Ein gemeinsames Kompetenzzentrum der Helios-Kliniken Vogelsang und Zerbst bedeutet einen großen Schritt nach vorn in der medizinischen Versorgung.

Die Helios-Klinik in Vogelsang hat unter Leistungssportlern einen guten Ruf.
Die Helios-Klinik in Vogelsang hat unter Leistungssportlern einen guten Ruf. Foto: Thomas Pusch

Thomas PuschVogelsang/Zerbst - Die Helios-Klinik in Vogelsang hat unter Leistungssportlern einen guten Ruf. Nicht von irgendwoher kommt der Spitzname „FCM-Klinik“, sondern weil dort die Fußballer des 1. FC Magdeburg behandelt werden. Auch Spieler der russischen Eishockeynationalmannschaft sind dort wieder fit gemacht worden. Aber nicht nur Sportler kommen in die Klinik. Auch russische Oligarchen, Menschen aus arabischen Ländern und natürlich Patienten aus der Region, Sachsen-Anhalt und anderen Bundesländern gehören dazu, wie der jüngst verabschiedete Chefarzt Dr. Jörg Peter Woltersdorf im Gespräch mit der Volksstimme aufzählte. Mit dem Kompetenzzentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie ist nun ein weiteres Versorgungsangebot hinzugekommen.

Standorte teilen sich Schwerpunkte

„Das ist ein großer Schritt nach vorn“, sagte Dr. Frank Friedrichs. Er ist nicht nur Woltersdorfs Nachfolger als Chefarzt, sondern auch Leiter des Kompetenzzentrums. Mit dem Netzwerk aus stationären und ambulanten Einrichtungen und einer interdisziplinären und noch engeren standortübergreifenden Zusammenarbeit soll den Patienten eine noch bessere Versorgung geboten werden. Die Experten der beiden Standorte werden noch enger zusammenarbeiten, um ihr Fachwissen standortübergreifend in die Diagnostik und Therapie einzubringen. Für besonders schwierige Fälle gibt es gemeinsame Konferenzen. „Die finden jetzt natürlich erstmal virtuell statt, aber nach Corona wollen wir uns auch alle an einen Tisch setzen“, erklärte der Chefarzt.

Die Zusammenarbeit ermöglicht es auch, nicht alles überall anzubieten, sondern Kompetenzen zu verteilen. In Vogelsang ist das Department für Endoprothetik, Sporttraumatologie und konservative Behandlungen etabliert. Somit soll von den langjährigen Erfahrungen profitiert werden. „Wir verfügen hier über jahrzehntelange Erfahrungen im Gelenkersatz. Dazu zählt unter anderem der Einsatz künstlicher Gelenke, sogenannter Endoprothesen, an Schulter, Hüfte und Knie und der Wechsel verschlissener Kunstgelenke. „Da hat es aber auch eine Entwicklung gegeben“, sagte Dr. Woltersdorf, „während die Prothesen früher nur zehn Jahre lang gehalten haben, sind es heute bis zu 30.“ Zudem ist Vogelsang Anlaufstelle für Sportunfälle, wie Sehnen- und Bänderrisse oder Knorpelverletzungen. Auch Patienten mit Gelenkverschleiß, der sogenannten Arthrose, werden dort betreut.

Schwerpunkt in Zerbst wird die Behandlung sämtlicher traumatologischer und unfallchirurgischer Erkrankungen sein. Zudem wird weiterhin das gesamte Leistungsspektrum der Orthopädie angeboten. Auch das Department für Rückenerkrankungen ist in Zerbst angesiedelt. Dort gibt es auch eine Notaufnahme, Frakturen, Knochenbrüche und Bänder- oder Sehnenverletzungen gehören ohnehin zum Klinikbetrieb. Häufig ist hierbei auch der Rücken betroffen. Bei Wirbelfrakturen oder Bandscheibenvorfällen greifen die Ärzte aus der Neurochirurgie ein. „Dadurch, dass vieles fast täglich vorkommt, sind die Kollegen an beiden Standorten sehr gut aufgestellt“, sagte Dr. Friedrichs.

In der Tat präsentierte er im Gespräch mit der Volksstimme beeindruckende Zahlen. Über 300 Wirbelsäulenoperationen gibt es jährlich, täglich bis zu zwei Kreuzbandoperationen. 1500 Gelenkspiegelungen werden im Jahr vorgenommen, 6000 stationäre Fälle werden jährlich registriert, das macht das Helios-Kompetenzzentrum zu einem der größten in Sachsen-Anhalt.

Vorteile durch ambulantes Netzwerk

Doch nicht nur auf die stationäre Versorgung wird Wert gelegt. Durch die enge Kooperation mit den ambulanten Facharztpraxen in den Medizinischen Versorgungszentren werden die Patienten durch kompetente Mediziner vor und nach einem operativen Eingriff oder einem stationären Klinikaufenthalt betreut. „Damit bietet das Kompetenzzentrum eine Betreuung aus einer Hand. Das erhöht die Qualität und kommt außerdem beiden Seiten zugute“, sagte der Chefarzt. Zudem gebe es auch Kollegen aus dem ambulanten Bereich. Das sei dann wirklich optimal für Arzt und Patient, weil beide Seiten sich und die Krankengeschichte schon kennen, bevor es auf den Operationstisch geht.