Gerwisch l „Wir sind zufrieden mit der ausführenden Firma, der Schnelligkeit, der Qualität und wenn das Wetter weiter so mitspielt, werden wir genau wie angekündigt, im Dezember fertig werden“, geraten die Herren des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) fast ins Schwärmen, als sie bei der Sitzung des Ortschaftsrates über den neusten Stand informieren.

Es läuft also alles beim Deichbau in Gerwisch, wie es sich das LHW vorstellt. Bisher heißt das, dass der Deich auf einer Länge von 1675 Metern fachmännisch und technisch richtig auf eine Höhe von 47,08 Meter aufgebaut wurde. Das ist 1,43 Meter höher als der vorige Deich. „Das ist kein kleiner Hügel, das ist ein imposantes Bauwerk“, sagt Ulf Reimherr vom LHW.

Zu Teilen wird derzeit die oberste Schicht aus Muttererde auf das Bauwerk aufgebracht. Außerdem geht es jetzt so langsam an den Ausbau des Deichverteidigungsweges neben dem Deich und des Kontrollweges. Ersterer wird drei Meter breit werden, der Kontrollweg, asphaltiert auf der Deichkrone, wird zwei Meter messen.

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Pumpen gegen Drängwasser

Gerade ist man aber noch dabei, das Problem Drängwasser anzugehen. „Ganz lösen können wir das nicht“, sagte Ulf Reimherr. Aber mit einer Mulde vor dem Deich will man erreichen, dass sich das Wasser hier erst einmal ansammelt und dann über fünf eingelassene und gepflasterte Pumpensümpfe wieder auf die andere Seite des Deiches gepumpt wird.

Die Schächte dafür wurden an diesen Stellen in die Wege des Deiches eingelassen, damit man im Notfall keine Schläuche mehr über den Deich legen muss. Hier wird man dann Herr der Drängwasser-Lage bis 75 Liter pro Stunde und Meter werden können, so die Berechnungen. Das soll mit mobile Pumpen in den Pumpensümpfen gewährleistet werden. Die Pumpen sind aber nicht Leistungsbestand des Hochwasserschutzes seitens des LHW, sondern Gemeindesache. Diese müssen hier also angeschafft werden. Der Umstand ist der Gemeinde aber bereits bekannt, sagt Bürgermeister Kay Gericke (SPD). Man ist bereits dabei, sich nach geeigneten Pumpenmodellen umzuschauen, aber vor allem auch nach Fördermöglichkeiten bei der Anschaffung.

Von großem Interesse war auch der sechste und letzte Abschnitt des Deiches, denn dieser endet im Tannenweg in Biederitz. Hier schließe der Deichneubau an das Hochufer an. Die Wege des Deiches sollen noch vor dem Hochufer direkt auf den Tannenweg geführt werden.

"Russengelände" im Auge

Ebenfalls im Auge haben die Planer das Gerwischer Gebiet, das im Volksmund auch „Russengelände“ genannt wird. Hier, wo angeblich Senfgas vergraben wurde, müsste Hochwasserschutz auch noch baulich umgesetzt werden. „Damit Gerwisch nicht von hinten geflutet werden kann“, erklärt Reimherr. Allerdings ist es mit dem Gelände nicht ganz so einfach. Bei einem Baugutachten konnte zwar erst einmal nichts negatives festgestellt werden, aber man will auf Nummer sicher gehen, wegen der eventuell noch vorhandenen alten Munition, bevor man hier konkreter in die Planung geht.

Spundwände am Reiterhof

Abgesehen vom Deichneubau wird auch noch anderweitig Hochwasserschutz geplant, so im Bereich des Reiterhofes in Gerwisch. Die dortige Verwallung soll verschwinden, denn „das ist kein Hochwasserschutz“, wie die Experten sagen. Stattdessen soll eine Spundwand in den Boden gerammt werden und eine Mauer aufgesetzt werden, die eine Höhe von 1,20 bis 1,50 Meter erreichen wird.

Die Baugenehmigungen dafür liegen bereits vor, wie das LHW informierte. Die Leistungen sollen noch in diesem Jahr ausgeschrieben werden, so dass man eventuell schon im Frühjahr des kommenden Jahres mit dem Bau starten könnte.

Mitte November soll es dazu aber noch eine konkrete Informationsveranstaltung für alle Bürger geben.