Möckern/Loburg l So etwa die Reste der früheren Grundschule Möckern am Ende des Lochower Weges. Spätestens, seit der Landkreis Jerichower Land zu Beginn dieses Schuljahres einen neuen Anbau an seine benachbarte „Gemeinschaftsschule am Park“ angebaut hat, wurde die letzte Verbindung zu dem alten Grundschul-Ziegelsteinbau gekappt. Wo zuletzt wenigstens noch Arbeitsgemeinschaften der Gemeinschaftsschule stattfanden, herrscht nun gähnende Leere.

Lehrer-Parkplatz statt Abrissbirne

Dieser Altbau der alten Grundschule, der quer zum Lochower Weg verläuft, gehört der Stadt Möckern. Diese hatte die Räume dem Landkreis (Träger der Gemeinschaftsschule) zur Verfügung gestellt. „Jetzt hat der Landkreis uns die Räume zurückgegeben“, informiert Stadtbürgermeister Frank von Holly. Der Stadtchef hatte die Hoffnung gehabt, dass der Landkreis die Gelegenheit nutzt, gemeinschaftlich mit der Stadt das alte Schulgebäude abzureißen, um den Freizeitbereich für die Gemeinschaftsschule zu vergrößern. Der Schulhofbereich sei durch die neuen Anbauten schließlich verkleinert worden.

Doch offenbar sei das Interesse an einem Parkplatz für die Lehrer größer, bedauert Frank von Holly. Die Stadt Möckern stelle daher nun Teilflächen ihres Eigentums dem Landkreis für Parkflächen zur Verfügung. Das bedeutet auch: ein Abriss des leergeräumten Grundschulgebäudes findet vorerst nicht statt.

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53 Jahre im Herzen der Stadt

Zweites Beispiel: Die ehemalige Johann-Traugott-Weise-Schule, welche bis zum Juli 2015 in der Möckeraner Kirchstraße als Einrichtung für Lernbehinderte geführt wurde, steht seitdem ebenfalls leer. 53 Jahre befand sich die Schule für Kinder mit Lernschwierigkeiten im Herzen der Stadt. Träger der Schule war der Landkreis Jerichower Land. Die Stadt Möckern als Eigentümer hatte dem Landkreis das Schulgebäude neben der St.-Laurentius-Kirche kostenfrei zur Verfügung gestellt. Mit der angestrebten Inklusion für Kinder mit Lernbehinderungen kam das Ende für die „Johann-Traugott-Weise-Schule“. Eine sinnvolle und/oder wirtschaftliche Nachnutzung hat man seitdem noch nicht finden können. Als Verwaltungsgebäude in relativer Rathausnähe kam das Gebäude in bisherigen Planungen der Stadt nicht in Betracht.

Auch die alte Dorfschule in Möckern-Lühe steht seit langem schon leer. Hier lernten die Kinder, bis gleich gegenüber um 1920 eine neue Schule gebaut wurde. Die alte Dorfschule wurde danach zunächst zu einem Wohnhaus, befindet sich inzwischen aber in Privateigentum, und wird nicht mehr genutzt.

Bettenhaus statt Bildungstempel

Kein Stück erfreulicher sieht es in Loburg aus. Bekannterweise war hier im Jahr 2015 die Loburger Sekundarschule im Kalitzer Weg geschlossen worden und die Loburger Kinder zur Gemeinschaftsschule Möckern geschickt worden. Das Gebäude war ursprünglich als Polytechnische Oberschule gebaut und in den 90er-Jahren als Gymnasium genutzt worden.

Zuletzt als Sekundarschule betrieben, steht der Bau am Kalitzer Weg wegen beanstandeter Brandschutzmängel und anderen Gründen seit 2015 mehr oder weniger leer. Für Aufregung sorgten Fotos, auf denen Matratzen und Möbel für Geflüchtete in dem Schulgebäude zu sehen sind. Der Landkreis Jerichower Land als Eigentümer der Schule erklärte damals schnell, es handele sich lediglich um ein Lager. Ein Asylbewerber-Wohnheim solle aus der Schule nicht werden.

Seit Jahren leer

Ungleich länger schon steht das Schulgebäude im Loburger Triftweg leer. Das Gebäude startete seine Schulkarriere Anfang der 60er-Jahre als Polytechnische Oberschule, beherbergte später die Loburger Sekundarschule. Nach der politischen Wende ging es mit der Schullaufbahn am Triftweg dann schnell bergab. Seit Jahren steht auch dieses Gebäude leer.

Nach Kenntnis des Loburger Ortsbürgermeisters Bernd Wünschmann gehört das Gebäude einer Immobilien Gesellschaft mit Sitz im Ruhrgebiet. „Diese Gesellschaft hatte vor einigen Jahren vor, in dem Gebäude Betreutes Wohnen einzurichten. Passiert ist bis heute trotz mehrfacher erneuter Anfrage nichts“, so Bernd Wünschmann.