Ein Dorf feiert

In Detershagen wurde drei Tage lang das 725-jährige Bestehen des Ortes gefeiert

Auf eine lange Geschichte blickt der Ort Detershagen zurück. Ganze 725 Jahre wurde das Dorf alt, und zu diesem Anlass wurde drei Tage lang mit einem bunten Programm aus Musik, Tanz, Geselligkeit und Historie gefeiert.

Von Nicole Grandt 12.07.2021, 05:30
Das Highlight der 725-Jahr-Feier in Detershagen am Sonnabend war der Umzug mit historischen Landmaschinen. Zahlreiche Bewohner des Ortes säumten die Straßen, um sich diesen Anblick nicht entgehen zu lassen.
Das Highlight der 725-Jahr-Feier in Detershagen am Sonnabend war der Umzug mit historischen Landmaschinen. Zahlreiche Bewohner des Ortes säumten die Straßen, um sich diesen Anblick nicht entgehen zu lassen. Foto: Nicole Grandt

Detershagen - „Jetzt muss ich wirklich aufpassen, dass ich nicht emotional werde.“ Detershagens Ortsbürgermeister Ingolf Meyer blickt stolz in die Menschenmenge, die sich zur Eröffnung der 725-Jahr-Feier in Detershagen versammelt hat. Schätzungsweise alle 571 Detershagener sind gekommen, um diesen besonderen Anlass zu feiern. Und einige dieser Bewohner wollte der Bürgermeister hervorheben und ihnen eine Ehrenurkunde überreichen. Einer davon ist Bruno Günther. „Bruno hat sein ganzes Leben in Detershagen verbracht. Er ist nicht nur Landwirt mit Leib und Seele, sondern auch eine Person, die immer nur gibt und nie nimmt, wie er schon bei vielen von uns unter Beweis gestellt hat“, beschreibt der Bürgermeister den langjährigen Einwohner von Detershagen, der sichtlich gerührt seine Urkunde in Empfang nimmt.

Ehrungen für mehrere Bewohner

Auch Brigitte Baake und Gertrud Dittrich, die schon lange in der Volkssolidarität tätig sind und sich somit aktiv in die Gemeinschaft des Ortes einbringen, erhalten jeweils eine Ehrenurkunde. Zu Gertrud Dittrich fällt dem Bürgermeister auch eine Anekdote ein: „Als ich als Kind einmal im Winter auf dem Weg zum Kindergarten fürchterlich hingefallen und mir eine Beule am Kopf zugezogen habe, hat Gertrud Dittrich, die damals dort gearbeitet hat, einfach etwas Butter von meinem Pausenbrot auf die Beule gestrichen und ich glaube, dann tat es gleich nicht mehr weh. Sie hat viel dazu beigetragen, dass aus zahlreichen jungen Detershagenern vernünftige Leute geworden sind.“

Zum 725. Geburtstag bekommt der Ort auch ein Geschenk von den Bürgern, nämlich ein eigenes, neues Wappen, das nun auch eine große Fahne schmückt, die bei der Feier erstmals feierlich gehisst wurde. „Lena Wille aus dem Ortsrat hat das angestoßen, dass Detershagen ein Wappen braucht, und dann ging es los mit Entwürfen und Diskussionen über dieses“, blickt Ingolf Meyer zurück. „Die Diskussionen erinnerten mich in ihrer Intensität schon fast an Wikingerstreifzüge.“ Allerdings ist bei diesen niemand einer Streitaxt zum Opfer gefallen, und letztendlich einigte man sich auf ein Motiv, das den Ort gut repräsentiert, wie Meyer findet. „Wir haben hier das Grün, das den Wald widerspiegelt, der unseren Ort umgibt und das Gold, das aussieht wie das Getreide, das bei uns wächst.“ Der Hirsch in der Mitte verkörpere die Forstwirtschaft um den Ort.

Wünshe für die Zukunft des Ortes

In 725 Jahren passiert eine Menge in einem Ort, und so kann Bürgermeister Meyer natürlich nicht auf alle Geschehnisse eingehen, aber einige Ereignisse wollte er doch nicht aussparen, beispielsweise, dass Neubaugebiete den Ort vergrößern und sich die Einwohnerzahl von Detershagen verdoppelt hat. Neben den vergangenen Ereignissen wollte er aber auch die Zukunft nicht vergessen. „Was ich mir für Detershagen in den kommenden Jahren wünsche? Auf jeden Fall gute Radwege, die uns mit Burg und den umliegenden Orten verbinden. Und eine bessere Busanbindung. Und auf jeden Fall auch schnelleres Internet. Nicht zu vergessen eine intensivere Zusammenarbeit mit der Burger Stadtverwaltung.“ Letzteres spricht er in Richtung des frisch gewählten Burger Bürgermeisters Philipp Sievert, der auch zu Gast ist.

Neben Reden und Ehrungen sollte aber auch das Feiern zu diesem besonderen Anlass nicht zu kurz kommen. So wurde am vergangenen Wochenende viel musiziert, getanzt, gelacht und ein Umzug historischer Landmaschinen bewundert.

Zusammen mit der Jugendfeuerwehr wurde die Fahne mit dem neuen Wappen von Detershagen erstmals gehisst.
Zusammen mit der Jugendfeuerwehr wurde die Fahne mit dem neuen Wappen von Detershagen erstmals gehisst.
Foto: Nicole Grandt
Landwirt Bruno Günther (Zweiter von links) wurde bei der Feier von Ortsbürgermeister Ingolf Meyer (rechts) geehrt.
Landwirt Bruno Günther (Zweiter von links) wurde bei der Feier von Ortsbürgermeister Ingolf Meyer (rechts) geehrt.
Foto: Nicole Grandt