Politische Jugend

Jugendliche lernen in der Demokratiewerkstatt im Jerichower Land über Ansichten zu diskutieren

Politische Diskussionen oder die Formulierung der eigenen Meinung sind Aspekte, die vielen jungen Menschen nicht gerade leicht fallen. Um sie in diesen Bereichen zu unterstützen, lädt der Jugendclub U27 Jugendliche aus dem Jerichower Land zu einer Demokratiewerkstatt ein.

Von Nicole Grandt 05.07.2021, 11:20
Wie Jugendliche ihre Meinung ausformulieren und einordnen können, lernen sie in der Demokratiewerkstatt.
Wie Jugendliche ihre Meinung ausformulieren und einordnen können, lernen sie in der Demokratiewerkstatt. Foto: DKJS/Jörg Farys

Burg - Jugendliche in Deutschland sind politisch sehr interessiert. Dies zeigt auch eine Studie des deutschen Jugendinstitutes. Das Klischee, dass Jugendliche Politik langweilig finden, bestätigt sich damit nicht.

Jugendliche wollen politisch mitgestalten, weichen allerdings auf punktuelle, themenspezifische oder andere informelle Aktionen aus außerhalb der Parteien, die eher expressiv und protestorientiert sind und auch im Internet oder bei Demonstrationen stattfinden können. Ein Beispiels dafür sind die Fridays for Future-Demonstrationen, die vor der Corona-Pandemie in zahlreichen Städten regelmäßig stattfanden.

Politischer Diskurs ist wichtig, aber auch nicht ganz einfach zu führen. Darüber zu diskutieren und andere Meinungen einzuordnen und zu akzeptieren, müssen viele Jugendliche erst lernen. Um Jugendliche an eine konstruktive Diskussionsführung - sowohl politisch als auch in anderen Situationen wie beispielsweise in der Schule - heranzuführen, wird am Freitag, 16. Juli, von 15 bis 18.30 Uhr eine Demokratiewerkstatt stattfinden. Willkommen sind alle interessierten Jugendlichen aus dem Jerichower Land.

Demokratiewerkstatt findet online statt

Ausgerichtet wird diese vom Jugendtreff U27 der Jugendwerk Rolandmühle gGmbH in Burg in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung sowie dem Kompetenznetzwerk Demokratiebildung Openion. Openion richtet sich an erwachsene Begleitpersonen in Schulen und außerschulischen Einrichtungen. In lokalen Verbünden entwickeln diese gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen zeitgemäße Praxisprojekte der Demokratiebildung. In über 200 Projektverbünden, bestehend aus einer Kooperation zwischen Schule und außerschulischem Partner wie beispielsweise der Rolandmühle in Burg, erproben Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 16 Jahren zusammen mit ihren erwachsenen Begleitern zeitgemäße Praxisprojekte der Demokratiebildung. Ein solches Projekt wird die anstehende Demokratiewerkstatt sein. Diese wird als Online-Veranstaltung stattfinden.

Meinungen kennenlernen und sich austauschen

Doch was genau erwartet die teilnehmenden Jugendlichen? In der Demokratiewerkstatt sollen Themen besprochen werden, die den Alltag der Kinder und Jugendlichen prägen, wie sie diesen begegnen können und welche Mitentscheidungsoptionen sie besitzen. Wie können Jugendliche Schule oder andere Lebensbereiche mitgestalten? Wie können sie ihre Ideen und Meinungen austauschen und umsetzen? „Die Demokratiewerkstatt ist ein Workshop. In diesem können sich Jugendliche austauschen und - ganz wichtig - sich frei äußern. Deswegen werde ich als erwachsene Person daran auch nicht aktiv teilnehmen“, erklärt Florian Borghardt, Sozialarbeiter im Jugendclub U27. „Die Jugendlichen werden durch Mentoren angeleitet und ermutigt, eigene Stellungnahmen zu beziehen und dazulegen, wie es in ihren Lebenswelten aussieht, wo sie eigene Entscheidungen treffen können. Oder wo ihnen in ihrem Leben Entscheidungsfindung schwer fällt oder sie auch auf Grenzen und Widerstände stoßen.“

Miteinander in den Dialog treten

Im Rahmen der Demokratiewerkstätten mit dem Titel „Jugend.Werte.Demokratie“ kommen Schulen, Jugendprojekte oder Fachkräfte mit Jugendlichen in den Dialog. Die digitalen Demokratiewerkstätten bieten Jugendlichen einen Raum, um mit ihren über ihre Werte und den Zusammenhang für das gesellschaftliche Miteinander zu sprechen und in in Dialog zu treten. Für Kinder und Jugendliche sei Demokratiebildung wichtig, um Brücken zu bauen. Sie benötigen einen Freiraum, in welchem sie kommunizieren und sich sachlich zu vielfältigen Themen und Meinungen mit anderen Menschen austauschen können. Sie möchten in gemeinsamen Gesprächen ein Verständnis dafür bekommen, weshalb das Gegenüber eine andere Perspektive einnimmt – und trotzdem ihren eigenen Standpunkt klar kommunizieren.

„Für Jugendliche ist es wichtig zu lernen, ihre Meinungen und Ansichten zu vertreten, auch um in der Lage zu sein, politische Entscheidungen zu treffen. Gerade im Hinblick auf Kommunalwahlen, bei denen man ja schon mit 16 die ersten politischen Entscheidungen trifft“, führt Florian Borghardt weiter aus. Teilnehmen können bereits Kinder ab zehn Jahren. Die Demokratiewerkstatt ist die erste, die durch den Jugendclub ausgerichtet wird.

Bei Interesse stehen die Mitarbeitenden des Jugendtreffs im Soziokulturellen Zentrum für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Anmeldungen können unter der Teleummer 0160 94787287 oder per E-Mail an jugendclub-u27@rolandmuehle-burg.de erfolgen.