Burg l Die Erleichterung war Dominik Patté, dem Leiter des Burger Kabarettensembles Cat-Stairs, deutlich anzusehen. Ja, es mussten Masken getragen, Abstand gehalten, Adresslisten geführt werden. Aber ja, es konnte auch wieder eine Veranstaltung im Evangelischen Gemeindehaus geben. „Das letzte Mal war im Februar und wir hatten schon Entzugserscheinungen“, sagte er zur Begrüßung, ohne Maske, denn im Saal musste die nicht getragen werden. Seitdem habe man sich viele Gedanken gemacht, wie man wieder Leben ins kulturelle Leben einkehren lassen könne.

Frisurenwitze

Dazu trugen am Sonnabend die Hengstmann-Brüder bei. Gleich zweimal, die Abendveranstaltung war sogar ausverkauft. Auch die beiden Magdeburger kamen an dem Thema mit dem großen C zunächst nicht vorbei. Durch die Sitzordnung sehe das Publikum aus wie bei einer Vorstandssitzung von Mercedes Benz, der vorgeschriebene Abstand von drei Metern lasse sie kaum die erste Reihe erkennen und auf der Toilette werde auch schon während des Geschäftes desinfiziert, haderten sie mit den Hygieneregeln. Umso mehr seien sie erfreut, dass sich Cat-Stairs getraut hatte und das Publikum auch. Doch auf die Seite der Coronaleugner wollten sie auch nicht ein geordnet werden. Einer deren prominentesten Vertreter ist der vegane Koch Attila Hildmann. „Da siehst du mal, was passiert, wenn man kein Fleisch mehr ist“, meinte Sebastian Hengstmann. Überhaupt sei er für eine allgemeine Maskenpflicht, „vor allem bei hässlichen Menschen“.

Doch es ging nicht nur um Corona, schließlich hatte ihr Programm „Tacheles“ schon im November vergangenen Jahres Premiere, als das Virus zumindest für Deutschland noch keine Bedrohung darstellte. Da konnte noch über die Gemeinsamkeiten von Donald Trump und Angela Merkel nachgedacht werden – „Sind beide durch Witze über ihre Frisur bekannt geworden?“ – oder auch darüber, wie es Merkel, „der laufende Hosenanzug aus Templin“, geschafft hat, solange an der Macht zu bleiben. Sebastian und Tobias Hengstmann sind ohnehin davon überzeugt, dass sie auch nach der nächsten Wahl weitermachen wird. Wenn die anderen mit dem Ergebnis und einem großen Fragezeichen dastehen, werde es wohl aus dem Hintergrund mit imitiertem preußischen Dialekt erklingen: „Ich hab Zeit“.

Fischer-Trennung

Tobias Hengstmann warf Merkel vor, in den ganzen Krisen nichts getan zu haben: Bankenkrise, Flüchtlingskrise, Coronakrise. „Aber auch nichts Schlimmes“, entgegnete Sein Bruder. „Aber eben auch nichts.“ Nicht einmal in der schwersten Krise während ihrer Amtszeit habe sie etwas getan, als sich Helene Fischer von Florian Silbereisen getrennt habe. „Und die hat dann gleich einen Neuen gehabt“, warf Sebastian Hengstmann ein, „er auch“.

Doch das war einer der wenigen Ausflüge ins Unpolitische. Die große Koalition wurde betrachtet, zu der es angeblich keine Alternative gebe. Und das liege wiederum nur daran, dass es in jedem Lager ein Schmuddelkind gebe, mit dem man nicht spielen wolle. So hätten Linke und AfD mehr gemeinsam als ihnen lieb sei. Nein, leicht werde es auch in der Zukunft nicht, denn: „Das Problem ist, das wir Probleme haben“.