Feuerwehr-Ausbildung

Kameraden leisten „Schützenhilfe“

Im Rahmen eines gemeinsamen Arbeitseinsatzes konnten die ehrenamtlichen Blauröcke von Loburg den Umgang mit der Kettensäge üben.

Von Stephen Zechendorf

Loburg l Kameraden der Feuerwehr sowie ausgebildete Forstwirte arbeiteten am Sonnabendvormittag zusammen. Insgesamt 30 Bäume hatten die Loburger Schützen auf dem weitläufigen Gelände ihrer Schießanlage ausgemacht, die vertrocknet waren, zudem nahe an Wegen oder Gebäuden standen und über kurz oder lang umzustürzen drohten.

Somit erfolgte die Maßnahme im Sinne der Verkehrssicherheit und Gefahrenabwehr, sagt der Loburger Ortswehrleiter Tino Lehmann: „Es ist eine gute Gelegenheit, mit ausgewiesenen Experten den Umgang mit umgestürzten Bäumen zu trainieren.“ Rund zehn Kettensägenführer gibt es aktuell in der Ortsfeuerwehr Loburg, gut ein Drittel aller aktiven Kameraden also.

Immer wieder werden die Kameraden der Freiwilligen Ortsfeuerwehren nach Stürmen zu Einsätzen gerufen, bei denen umgestürzte Bäume von Straßen entfernt werden müssen. Einen entsprechenden Kettensägenschein haben die Kameraden freilich schon in der Tasche. Die Ausbildung erfolgt zum Teil am Forstlichen Bildungszentrum Magdeburgerforth.

„Die Gelegenheit, mit professionellen Forstleuten und ohne Zeitdruck den Ernstfall zu üben, gibt es nicht so oft“, so Ortswehrleiter Lehmann. Unter den Mitglidern der Schützengilde und bei den Loburger Feuerwehrleuten gibt es einige Forstwirte, am Sonnabend waren zudem befreundete Experten dabei. „Ich hoffe, dass uns die Kollegen den einen oder anderen Baum so fällen können, dass er ähnlich kritisch liegenbleibt, wie manche Bäume nach Stürmen“, sagte Tino Lehmann im Vorfeld. Es erfordert Fachwissen und Erfahrung, einen in sich verdrehten oder gerissenen Baum so zu zerlegen, dass nichts passiert.

Die Hoffnung des Loburger Wehrleiters sollte sich erfüllen. Einige der Bäume ließen sich aufgrund ihrer Psoition gar nicht so einfach „umlegen“. Im Arbeitsteam von Pieter Schüler fiel gleich der erste Baum quer über den Weg, der Stamm schwebte wegen der Baumkrone auf Kopfhöhe in der Luft.

„Wichtig ist jetzt, den Baum sicher auf die Erde zu bekommen. In dieser Position ist schwer einzuschätzen, wie sich der Baum weiter bewegt“, so Pieter Schüler, der bei der Landesforstverwaltung sein Handwerk gelernt und bei der Feuerwehr zusätzliche Ausbildungen erhalten hat.

Hilfsmittel, die auch bei Feuerwehreinsätzen oft genutzt werden, sind die Seilwinde und Motorkraft. Und so kam am Sonnabendvormittag auch der Traktor eines Landwirtes zum Einsatz, um kritisch liegende Bäume zu „entschärfen“.

Initiiert hatte die Zusammenkunft von Schützen, Forstleuten und Blauröcken die Loburger Schützengilde. Deren Schießstände liegen mitten im Wald. Der Wald ist Eigentum der Stadt, die aktuell 45 Gilde-Mitglieder haben die Hege und Pflege des Gebietes zugesichert.

Bis zum Mittag dauerte der Arbeitseinsatz an der Schießbahn. Danach durften die fleißigen Helfer das Werkzeug wechseln und sich am Schießstand ausprobieren. „Es ist eine gute Gelegenheit, dass die Vereine und Institutionen der Stadt zusammenarbeiten“ freut sich auch Schützengilde-Mitglied Holger Maier, der sich mit weiteren Helfern um das leibliche Wohl der Gäste kümmerte. Begonnen wurde der Arbeitseinsatz mit einem zünftigen Frühstück, danach gab es eine Stärkung zum Mittag.

Bereits zum zweiten Mal fand solch ein gemeinsamer Arbeitseinsatz statt.