Burg/Genthin l Seit vergangenem Dienstag sind die Wertstoffhöfe und Grünschnittplätze auf Anweisung des Landkreises geschlossen. Damit sollen soziale Kontakte unterbunden werden. Was für den Kreis eine weitere Maßnahme im Rahmen der verschärften Ausgangsbestimmungen ist, bringt Nutzer der Grünschnittplätze in Rage. Günther Bethge aus Burg beispielsweise bleibt auf seinen randvoll gefüllten Hänger sitzen.

Wenig Verständnis für die Schließung der Grünschnittplätze hat auch Christina Wieland. „Dort sind bekanntermaßen nur wenige Personen anzutreffen. Jeder, der sein Grünschnitt abliefert, wirft es in den Container auf den zugewiesenen Platz und verlässt das Gelände dann. Das sind keine Plätze für Gruppenbildungen oder Gespräche.“ Die Burgerin verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass viele Menschen in diesen Tagen von Kurzarbeit betroffen seien und „deshalb die Gärten auf Vordermann bringen“. Komme es zu keiner Änderung befürchtet sie illegale Feuer oder Ablagerungen in der Natur. „Das kann keiner wollen.“

Kaum Ansteckungsgefahr

Ähnlich sieht das Wolfgang Thorandt aus der Kreisstadt: „Hier gibt es nun mal sehr viele Kleingärten, und nicht jeder kann größere Mengen kompostieren. Und mit ein oder zwei Aufsichtskräften, die weit genug entfernt sind, ist die Ansteckungsgefahr kaum möglich“, sagt der Rentner.

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Auch für Rüdiger Schöll aus Parchau gehen die Schließungen zu weit. „Dieser Schritt ist im Vorfeld nicht ausreichend abgewogen worden.“ Im Landkreis gebe es sehr viele Kleingärtner und Grundstücksbesitzer, die gerade jetzt die Plätze nutzen müssten. Er schlägt vor, auf Einzelabfertigungen zu setzen und erinnert daran, dass die meisten Anlieferer die Grünschnittplätze mit einem Hänger nutzen und auf diese Weise ein Abstand von etwa fünf Metern gegeben ist. „Und wer abgeladen hat, fährt gleich wieder weg. Das ist auch zu normalen Zeiten so.“ Auch Rüdiger Schöll befürchtet, dass nicht Wenige nun ihren Gartenschnitt in die Landschaft kippen.

Maßnahme nicht nachvollziehbar

Vor dem Hinweisschild stand auch Maik Paruschke aus Parchen. „Ich kann die Maßnahme nicht nachvollziehen“, sagte er am Volksstimme-Telefon. „In der Regel bringe ich den Grünschnitt mit dem Hänger zum Platz, lade ab und fahre los. Und wir sind nun mal ein ländlicher Raum, das sollte der Landkreis berücksichtigen“, so der Familienvater.

Reimar Porrini, Stadtverbandsvorsitzender der Kleingartenverbandes Genthin, hält die Situation „derzeit noch für verkraftbar. Aber wenn es wärmer wird und die Grünschnittplätze sind dann auch noch geschlossen, wird es problematisch.“

Schutz der Gesundheit geht vor

Vize-Landrat Thomas Barz (CDU) hat für die Forderungen vieler Kleingärtner „vollstes Verständnis. Aber in diesen Tagen haben die Eindämmungsverordnung und Ausgangsbeschränkungen für uns absolute Priorität. Es geht um den Schutz der Gesundheit. Und das ist das Wichtigste.“ Die Grünschnittplätze hätten fürs tägliche Leben nicht die die Relevanz. Der Landkreis würde die Lage wöchentlich neu beurteilen. „Wir wissen selbstverständlich, dass die Plätze rege genutzt werden und sind bestrebt, diese so früh wie möglich wieder zu öffnen. Und dann auch mit ausgedehnteren Zeiten. So lange müssen wir um Verständnis bitten“, so Barz.