Burg l „Wir sind auf Burg-Tour“, sagt Rainer Haverkamp aus Düsseldorf. Da lag es nahe, dass die Familie am Sonnabend am ersten Burger Architekturspaziergang nach den Einschränkungen der Corona-Pandemie teilnahm. Der drückenden Schwüle geschuldet, blieb die Gruppe übersichtlich und Gästeführer Dirk-Henning Luckhardt brauchte trotz Abstandsregel kaum die Stimme erheben. „Wir passen den Rundgang wetterbedingt an“, erklärt er – und veranschaulicht seine knapp zwei Stunden währenden Ausführungen zur Historie der Stadt Burg hauptsächlich im Schatten.

Gleich zu Anfang des Spazierganges betonte Luckhardt die reichhaltige architektonische Geschichte der Ihlestadt. „Burg ist ein großes Flächendenkmal“. Da konnte Haverkamp nur beipflichten, dem die Stadt nicht unbekannt ist und der derzeit mit seiner Ehefrau die Region Mitteldeutschland erkundet. „Unser erstes Ziel war Burg im Spreewald, und auf der Rückreise wollen wir hier in der Kreisstadt übernachten. Denn ich war vor 30 Jahren schon einmal hier, und schon damals hat mir die Stadt mit ihrer Architektur gefallen.“ Haverkamp logierte seinerzeit im „Hotel Stadt Burg“, als er Kontakt mit dem Speditions-Unternehmen Deutrans aufnahm. Bei seinen Fahrten durch die Bezirke beeindruckte Burg ihn ganz besonders. Und er nahm sich bereits damals vor, noch einmal die Stadt zu besuchen. Für den Düsseldorfer ist es neu, als er von Dirk-Henning Luckhardt erfährt, dass Burg Industriegeschichte geschrieben hat. Tuch, Leder- und Schuhherstellung brachten Geld und machten die Stadt wohlhabend. „Das sieht man unter anderem an den Parkanlagen“, so der Gästeführer. Der Anschluss an das Schienennetz der Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahngesellschaft brachten Schuhe und Stoffe in die großen Städte. Der Bahnhof, so Luckhardt, orientierte sich schon damals an dem Werbespruch „Stadt der Türme“, seine im Mauerwerk angedeuteten Zinnen versinnbildlichen diesen Beinamen.

Für Haverkamp steht nach dem Rundgang mit seinen vielen Informationen zu Burg und dessen Umland fest: „So viel kompakte Geschichte ist tatsächlich beeindruckend.“

Die Gästeführungen werden am kommenden Sonnabend, 4. Juli, fortgesetzt. Dann startet um 19 Uhr erstmals der Burger „Stuhlgang“.