Gommern l Es ist Montag Abend gegen 18 Uhr. Der wöchentliche Malkurs von Brunhilde Schmehl beginnt. Neben ihr ist heute nur Karin Metze gekommen. "Normalerweise sind wir sechs, aber einige sind im Urlaub oder krank", sagt Brunhilde Schmehl. Nicht schlimm, so können sich die beiden Damen mehr auf sich selbst und ihre Arbeit konzentrieren. Viel werden sie aber an diesem Abend nicht schaffen, der Volksstimme-Reporter fragt ihnen Löcher in den Bauch.

Auf die Perspektive kommt es an

Neben dem abendlichen Kurs am Montag, leitet Brunhilde Schmehl ebenfalls montags ab 14 Uhr und mittwochs ab 19 Uhr weitere Malkurse. Und das schon seit 1996. Sie steht den Teilnehmern bei Aquarellen, Bleistiftzeichnungen, Ölbildern, Acrylarbeiten und Kreidezeichnungen helfend zur Seite. "Ich gebe ab und zu Tipps, wie man etwas anders machen könnte, wie man vor allem perspektivisch mehr herausholen kann. Ansonsten malt jeder das, was er gern möchte", sagt Brunhilde Schmehl.

Als gelernte Kartografin hat sie dabei vor allem auch einen Blick für die feinen Details. "Bei der Kartografie zeichnet man mit Zeichenfeder auf das Hundertstel genau", erklärt Brunhilde Schmehl. "Diese Genauigkeit kommt immer mal wieder bei mir durch. Eigentlich wollte ich das ablegen und mehr Lockerheit in meine Arbeiten bringen. Das gelingt mir aber nicht immer", lacht sie.

Bilder

Liebingsmotive

Ihren Lieblingsmotiven kommt diese Exaktheit zu Gute. Brunhilde Schmehl holt eine große Mappe hervor, wälzt sich durch unzählige Bilder, holt drei heraus und packt sie auf den Tisch. Zum Vorschein kommen wunderschöne Aquarelle mit farbenfrohen, lebensechten Pilzen. Filigrane Linien, jedes Detail auf das Genaueste zu Papier gebracht.

Auf die Frage, ob sie auch mal einen breiten Pinsel nimmt, um großflächig Farbe aufzutragen und somit Zeit zu sparen, antwortet Brunhilde Schmehl: "Ich mach's manchmal schon, aber es kostet mich doch viel Überwindung." Auch an das Auftupfen von Farbe mit dem dicken Pinsel "traut" sie sich mittlerweile heran. "Ich kann Ihnen sagen, wenn ich tupfe, dann wackelt der Tisch", lacht sie. Sie packt die Bilder beiseite und widmet sich ihrer heutigen Aufgabe, der Gestaltung einer Holzkiste für den Geburtstag ihrer Enkelin.

Unterdessen ist Karin Metze dabei, eine Windmühle zu malen. Als Vorlage dient eine Fotografie. Penibel und hochkonzentriert überträgt sie die Mühle mit dem Bleistift auf's Papier. Sie ist seit 2007 beim Malkurs von Brunhilde Schmehl. Damals als blutige Anfängerin, sagt sie. Aber das ist lange her. Stück für Stück entsteht die Mühle. "Es macht viel Spaß, man lernt viel, Brunhilde gibt gute Ratschläge und wir unterhalten uns auch mal über Privates. Bruni ist die gute Seele des Kurses", sagt sie

Eigentlich wollte Karin Metze heute noch mit dem Kolorieren anfangen. Daraus ist nichts geworden, der Volksstimme-Reporter hat zu viel Fragen gestellt.