Burg l Für deutliche Wortwahl ist Eckard Burmester bekannt. Beim jüngsten Kulturausschuss war er es, der nach einer Holland-Reise das Erscheinungsbild der Kreisstadt in puncto Sauberkeit scharf kritisierte. Er könne seinem gärtnerischen Berufsverband gar nicht empfehlen, zur Landesgartenschau (Laga) nach Burg zu reisen. Mit den Worten „Ich schäme mich“ schloss er seine Ausführungen. Danach herrschte Stille im Gremium ...

Ist die Stadt wirklich dreckiger geworden? Gibt es mehr illegale Müllberge? „Nein“, sagt der zuständige Fachbereichsleiter und Vize-Bürgermeister Jens Vogler. Allgemeine Urteile seien in diesem Zusammenhang nicht hilfreich. Der Jurist verweist auf die Unterschiede zwischen dem öffentlichen und privaten Raum. Jeder müsse allerdings wissen, dass die Stadt „nicht der Generaldienstleister für Privatpersonen ist“, also nicht ohne Weiteres auf einer Privatfläche, die beispielsweise verunreinigt ist, agieren könne. Vogler: „Wir haben nicht umsonst im Jahr 2016 die Ermittler eingestellt.“

Positiver Effekt in der Stadt

Diese Mitarbeiter würden vielfach Verunreinigungen oder Abfälle feststellen, damit die Stadt entsprechend agieren könne. Solche eingeleiteten Verfahren dauerten in der Regel ihre Zeit. Wenn der Besitzer bekannt sei, folge zunächst ein freundlicher Brief. Gebe es nach einer angemessenen Zeit keine Reaktion, folge der Verfahrensweg bis hin zur so genannten Ersatzvornahme, bei der die Stadt in Vorleistung gehe. „Wir müssen nun einmal auch Formalien einhalten“, erläutert Vogler. Nach seiner Einschätzung habe sich die Arbeit der vier Ermittler neben den festangestellten Mitarbeitern der Stadtverwaltung ausgezahlt. So seien etliche Mängel beseitigt worden. Und oft habe auch das Gespräch der Ermittler mit den Bürgern eine positive Wirkung.

Das bestätigt auch Andreas Höll, der dem Ermittlerteam von Beginn an angehört. „Unterm Strich ist die Stadt sauberer geworden“, sagt er. „Problematisch ist es im privaten Bereich, wo der Verfahrensweg eingehalten werden muss“, bestätigt der Burger, der durch seine regelmäßigen Kontrollen auch einen positiven Effekt sieht: „Mit dem Sperrmüll wird ordnungsgemäßer umgegangen als noch vor Jahren. Es hat sich eben herumgesprochen, dass Kontrollen durchgeführt werden. Auch in den Dörfern.“

Ermittler gegen den Dreck

Eine konkrete statistische Auswertung aller Fälle sei allerdings wegen Umstrukturierungen im Bereich Recht und Ordnung derzeit nicht möglich, so Vogler.

Um aber auch den Druck zu erhöhen, will die Stadt ab März drei weitere Ermittler einstellen, die wöchentlich acht Stunden im Einsatz sind. Die Männer und Frauen sollen im Schichtsystem montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr sowie auch an Wochenenden und Feiertagen in der Stadt und den Ortschaften auf Streife sein. Dabei gehe es neben den Park-Kontrollen in besonderem Maße darum, auf Ordnung und Sauberkeit zu achten und Mängel festzustellen. „Wir wollen natürlich noch schneller handeln“, ergänzt Stadt-Pressesprecher Bernhard Ruth.