Gommern l „Ach, nun guckt doch mal“, sagt Brigitte Eggert begeistert in die Runde, als ihr Blick vom Parkplatz Richtung Wasserburg schweift und sie zwei überlebensgroße Holzfiguren entdeckt. „Die sind ja großartig“, freut sie sich. „Die muss ich mir mal näher ansehen.“

35 Landsenioren zu Gast

Dazu hatte sie später Zeit – nach der Führung durch die Wasserburg zu Gommern und ihrer Brauerei. Brigitte Eggert ist eine von 35 Landsenioren, die zu Gast in Gommern waren, um sich alles rund um die Geschichte der Wasserburg berichten zu lassen. Dazu hatte man Nachtwächter Jeff Lammel gewinnen können.

Ausgestattet mit Hellebarde, Nachtlicht und Horn und in typischer Tracht gekleidet, berichtete Nachtwächter Jeff als erstes von seinem altem Berufsstand. Mit seiner flapsig, charmanten Art, hatte er vor allem die Damen und deren Lacher schnell auf seiner Seite.

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Nach der Einführung ging es durch die Burganlage. Hier erfuhren die Senioren, dass die Burg in ihrer tausendjährigen Geschichte unterschiedlichste Nutzungen erfahren hatte und so beispielsweise im 16. Jahrhundert zum Jagdschloss umgebaut, später als Gefängnis und als Sozialheim genutzt wurde.

Jeff Lammel führte auch durch den Gewölbekeller und wusste zu berichten, dass er zu DDR-Zeiten teilweise als Disko umfunktioniert wurde.

Kerker für „gefallene Mädchen“

Großes „Ah“ und „Oh“ war zu vernehmen, als sich die Türe zum Bergfried öffnete, der in früheren Zeiten als Kerker für „gefallene Mädchen“ fungierte. Um in das Innere des Zwiebelturms zu gelangen, muss man durch einen schmalen Gang laufen, der durch drei Meter starke Wände führt. Selbst für die Gommeraner unter den Landsenioren war das ein sich selten bietender Anblick.

„Wir sind sehr zufrieden“, freut sich Roswitha Rode, Vorsitzende der Landsenioren, nach der Führung. „Es war sehr interessant und informativ.“