Loburg l Eigentlich freut man sich in Loburg ja, dass mit dem Barby-Rittergut und der Brennereimanufaktur touristisches Leben im Ort Einzug gehalten hat. Genauso „eigentlich“ ist aber das Parken auf dem Marktplatz vor dem Loburger Rathaus nicht erlaubt. Eigentlich. Aber besonders an Wochenenden stehen hier eben doch etliche Autos, abgestellt von den Besuchern der eingangs erwähnten touristischen Angebote.

Thema stößt sauer auf

Der Loburger Ortsbürgermeister Bernd Wünschmann hatte das Thema im Ortschaftsrat am Montagabend erneut angesprochen. „Loburg hat mit Rittergut, Barbycafé, Kirche, Brennereimanufaktur ein Parkplatzproblem. Dem einen oder anderen Loburger Bürger stößt das Parken auf dem Marktplatz sauer auf“, so der Ortschef. Man müsse daher Lösungen finden.

Mit Rittergut-Besitzer Robert Dahl meldete sich jetzt einer der „Schuldigen“ für die Parksituation zu Wort. Dahl bietet an, auf eigene Kosten eine Parkplatzsäule zu errichten. Die Autofahrer müssten dann einen Parkschein ziehen. Grundidee des Barby-Nachfahren ist, dass die so erzielten Einnahmen der Ortschaft Loburg zu Gute kommen und nicht im Gesamthaushalt der Stadt Möckern landen: „Es wäre ja irgendwie unfair, wenn die Leute vor Ort den Nachteil haben und das Geld nach Möckern geht.“

Wer kontrolliert?

Nach seinen Überlegungen könnten bei einem Euro pro Stunde Parkzeit monatlich etwa 2000 Euro Einnahmen erzielt werden. „Ich gebe zu, dass es ein verlockendes Angebot ist“, so Wünschmann. Es müssten allerdings Fragen geklärt werden: Gelten die Parkgebühren dann für Jedermann? Was ist mit den bislang kostenfreien Parkplätzen am Außenrand des Marktplatzes? Was sagen die Geschäftsleute? Wer kontrolliert? Wie wird der Bereich kenntlich gemacht werden?

Hierzu merkte Möckerns Ordnungsamtsleiter Arne Haberland an, dass die Kontrolle des Parkplatzes aus personellen Gründen schwer werden könnte. Ein gebührenpflichtiger Parkplatz vor dem Rathaus könnte zudem eine Flucht der Parkplatzsuchenden in die Loburger Seitenstraßen zur Folge haben. Was das Parken auf dem Platz an sich betrifft, müsste hierfür dann eine Park- ordnung erstellt werden. Markierungen findet man auf dem Marktplatz bisher nämlich keine.

Besucher parken gesittet

Dennoch sei erstaunlich, wie gesittet die Besucher hier parken, befand ein Ratsmitglied. Der Marktplatz könnte Platz für 40 bis 45 Stellplätze bieten, lautete an dem Sitzungsabend eine Einschätzung. „Wir werden uns damit abfinden müssen, dass der Marktplatz zum Parkplatz geworden ist“, glaubt Ratsmitglied Winfried Moschkau.

Mittelfristig plant der Rittergut-Eigentümer Robert Dahl mit einem eigenen Parkplatz an der Münchentorstraße in Richtung Ortsausgang. Weil aber das betreffende Grundstück im Außenbereich liegt, muss zunächst ein Bebauungsplan erstellt werden. Das kann bis zu zwei Jahre dauern, fürchtet Robert Dahl. Solange würde man wohl die Parkproblematik auf dem Marktplatz haben. „Dann lohnt sich die Parkscheinsäule sicher. Ich würde vorschlagen, dass sie danach auch bestehen bleibt“, so Dahl.

Standort festigen

Der Unternehmer, der mit „Karls Erdbeerhöfen“ bekannt und erfolgreich geworden ist, erklärte am Montagabend sein großes Interesse, den Standort Loburg zu festigen: „Die Schwelle zur Schwarzen Null ist noch nicht erreicht worden, da fehlt uns noch ein bisschen.“

Mithilfe einer Bonbonmanufaktur für Loburg wolle man noch in diesem Jahr weitere Angebote für das Rittergut schaffen. Es sei daher anzunehmen, dass die Zahl der Besucher von außerhalb auch künftig nicht geringer werde.

Im Ortschaftsrat zeichnete sich ab, dass alle an einer Lösung interessiert sind.

Weitere Beratungen geplant

Bei der Diskussion handelte es sich jedoch um keinen Tagesordnungspunkt mit Beschlussfassung, erinnerte Loburgs Ortsbürgermeister Wünschmann abschließend. Man wolle zu der Angelegenheit weitere Arbeitsberatungen durchführen.