Körbelitz l Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Glauben zu verbinden – das ist eine Aufgabe, der sich René Ostheeren als Jugendbeauftragter für die Jugendclubs des DRK in der Gemeinde Möser auf die Fahne geschrieben hat. Deshalb veranstaltet er auch in jedem Jahr einen Demokratieathlon. Einen Wettbewerb, bei dem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene den Themen Politik, Rassismus und Chauvinismus begegnen. Ziel ist es, sich mit Vorurteilen und falschen Annahmen auseinanderzusetzen und so gegen populistische Argumente gewappnet zu sein.

Plakate aufgehangen

Doch auch der Demokrathieathlon hat seine Schwachstelle. Er ist spielerische Theorie, verbindet die Menschen nicht. Der Versuch dazu wurde zwar im vergangenen Jahr unternommen, er zeigte aber auch Grenzen. Deshalb entschloss sich Ostheeren nun, einen Tag der Toleranz zu begehen, an dem es keinen Wettbewerb, aber viel Platz zum Kennenlernen gab. Die Idee dazu kam von einem Schüler der Sekundarschule Möser, der den rechtslastigen Tendenzen in seiner Klassenstufe etwas entgegensetzen wollte. Christian Uhde kam deshalb auf René Ostheeren zu. Der kümmerte sich gemeinsam mit ihm um die Ausgestaltung. Sogar Plakate hängte der Schüler in seiner Schule aus, warb so für das Projekt und die Möglichkeit, etwas kennenzulernen, das sonst durch innere Hürden unnahbar scheint.

Fördermittel vom Bund

Damit das Aufeinandertreffen verschiedenster Nationalitäten, Kulturen und Religionen möglichst bunt und ausgelassen begangen werden konnte, bemühten sich die beiden um Fördermittel und Spenden. Diese bekamen sie über das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, welches ein spezielles Projekt-angebot für solche Aktionen bereit hält: „Demokratie leben“. Mit ihm sollen die Herausforderungen einer multi-ethnischen Gesellschaft gemeistert werden.

Bilder

Das klappte in Körbelitz zumindest sehr gut. Dank der Unterstützung durch die Wasserwacht Burg und die Jugendfeuerwehr Körbelitz war das Treiben auf dem Körbelitzer Sportplatz von viel Lachen begleitet.

Vor allem die technischen Geräte fanden bei den Kindern aus der Gemeinschaftsunterkunft in Burg regen Zuspruch. Nicht, weil Wasser ein unbekanntes Element ist, sondern weil es bei sommerlichen Temperaturen für eine gewisse Abkühlung auf dem schattenfreien Areal sorgte. Da wurde schnell mal der Wasserstrahl genutzt, um die Teilnehmer mit einer Dusche zu beglücken.

Kontakt herstellen

Für Uhde und Ostheeren ging es aber vor allem darum, zwischen Einheimischen und Flüchtlingen einen Kontakt herzustellen. Menschen mit Menschen bekannt zu machen und so verbindende Elemente zu finden. „Das Angebot hier ist sehr niederschwellig. Es geht darum, das Unbekannte zu erkunden und so Ängste und Vorurteile abzubauen“, erklärte Ostheeren.

Das müsse nicht nur zwischen den Deutschen und den Flüchtlingen passieren, sondern auch unter den Flüchtlingen selbst. Verschiedenste Nationalitäten trafen sich deshalb beim ersten Tag der Toleranz. Die Welt war zu Gast im kleinen Körbelitz und feierte, dass sie bunt und reich an Kulturen ist. Das unterstützte auch der Kreis-Kinder- und Jugendring, der mit einer Schminkstation allen Farbe in die Gesichter malte.

Wiederholung geplant

„Wir wollten dort etwas machen, wo kein Jugendclub ist, wo unsere Arbeit nicht so ankommt. Das, was wir hier und heute erleben, macht Mut. Eine Wiederholung? Die gibt es ganz bestimmt“, meinte Ostheeren.

Während die Kinder noch Büchsen warfen und herumtobten, entzündete Matthias Fricke, Betreuer im Jugendclub Hohenwarthe, den Grill. Auf den Rost kam natürlich Internationales aus den Küchen aller Länder. Von Indien über Pakistan, Syrien und Deutschland. Geschmeckt hat es allen.