Interview mit Friedemann Barthels von der Initiative "Gartenreiches Gommern"

Morgen startet die Rettungsaktion Heidegarten - das Gesicht der Stadt soll verschönert werden

Vor zwei Wochen hat die Initiative "Gartenreiches Gommern" zur Rettungsaktion des Heidegartens aufgerufen, morgen soll der Arbeitseinsatz umgesetzt werden. Einwohner und Unterstützer aus der Umgebung sind eingeladen, Hand anzulegen und den Zustand der Grünanlage nahe des Kulks etwa durch Pflanzungen zu verbessern, wie Initiator Friedemann Barthels im Gespräch sagte.

Volksstimme: Herr Barthels, morgen geht es los. Wie ist der Stand der Vorbereitungen?

Friedemann Barthels: Wir haben erste Spenden und 66 Kubikmeter Mulchkompost, Pflanzen, Zaunpfähle, Hornspäne und viel Kleinmaterial erhalten. Außerdem sind 1000 Heidepflanzen bestellt, von denen 400 beim Einsatz zur Verfügung stehen werden. Es konnten Saatgut und Bodenverbesserungsmittel gekauft werden. Der Heimatverein wird die Verköstigung übernehmen und bekam dafür viele Sachspenden. Von Stadt, Feuerwehr und vielen Privatleuten sind die notwendigen Werkzeuge und Maschinen zugesagt, ein Traktor mit Mähwerk und ein Radlader werden da sein. Und es gab bisher an die 50 Rückmeldungen zur Teilnahme. Wir können also viel schaffen.

Volksstimme: Die Stadt hat beispielsweise 2000 Euro zur Verfügung gestellt. Welche Unterstützung gab es in der Zwischenzeit noch für die Initiative?

Barthels: Dass diese Summe so schnell zur Verfügung stand, hat natürlich die Vorbereitungen enorm erleichtert. Besonders freut mich auch das Interesse über die Stadt Gommern hinaus. So gab es zum Beispiel ein Angebot aus dem Maßregelvollzug Lochow bei Möckern, uns Pflanzen zu spenden und in Zukunft vielleicht auch Heidepflanzen zu vermehren. Die Baumschule Voigt, die in der Vergangenheit für die Anlage den größten Teil der Heidepflanzen geliefert hat, hat etwa zehn der aktuell bestellten Pflanzen gespendet, das hilft sehr. Der Verein "Wir für Gommern" hilft mit seinem Webmaster effizient bei der Öffentlichkeitsarbeit. Und es gibt Hilfe bei den Transporten, beim Plakate kleben und den vielen unsichtbaren Arbeiten, die solch ein Projekt anschieben.

Volksstimme: Welche Geräte werden für den Einsatz noch benötigt?

Barthels: Aktuell fehlen uns noch Motorsensen. Und auch ein Minibagger und ein kleinerer Mulchmäher würden die Grobarbeit erleichtern. Wenn die Helfer noch eigene Kleingeräte, Schubkarren, Hecken- und Rosenscheren mitbringen, dann wäre alles Nötige da für eine effiziente Arbeit. Die Vorbereitungsgruppe könnte noch personelle Verstärkung gebrauchen, besonders bei der Anleitung der Kleingruppen während des Einsatzes. Ab 8 Uhr weise ich die Vorarbeiter ein.

Volksstimme: Warum sollte man sich der Initiative anschließen und sich am Heidegarten einfinden?

Barthels: Ich bin der Meinung, dass es lohnt und Freude macht, das Gesicht der eigenen Stadt zu verschönern. Knappere Finanzmittel müssen nicht unbedingt zu Rückschritten führen, wenn wir ab und zu selber zur Schaufel greifen statt nur zu klagen.

Volksstimme: ...und als Belohnung soll das Geschaffene zusammen gefeiert werden.

Barthels: Gemeinsames Arbeiten verbindet. Und wenn man etwas geschafft hat, ist es wichtig, sich daran zu erfreuen. Das gibt Kraft und Motivation für die nächsten Schritte.

Der Arbeitseinsatz im Heidegarten in Gommern ist morgen in der Zeit von 9 bis 16 Uhr geplant.