Körbelitz l 25 Motorräder waren auf der Offroad-Strecke gestartet, und an mehreren Punkten wurde die Geräuschkulisse gemessen. Mit dem Ergebnis: alles im grünen Bereich. Die Anwohner müssen also keinen Krach befürchten, so Michael Kahlfuss vom Motorsportclub Burg. Die Geräusche bei der Echtzeitmessung hätten sich im erlaubten Bereich bewegt, und er fügt hinzu: „Es werden beim geplanten Betrieb nie 20 oder 25 Motorräder gleichzeitig starten. Höchstens fünf Motorräder sind dann auf der Strecke, es wird also noch deutlich leiser.“ Zudem werde bei weitem nicht nur Motorsport auf der Strecke betrieben werden. „Der Verein plant, dass dort auch Mountainbikes fahren oder Geländekutschen. Es haben auch schon Leute Interesse für einen Schlammlauf angemeldet.“

Er hat Verständnis, dass Leute aus Körbelitz befürchten, dass sie einer Lärmbelästigung ausgesetzt werden, auch wenn die Gutachten diese nicht bestätigen. „Ich finde es nur schade, dass die Menschen, die Bedenken haben, nicht mit dem Motorsportclub in Kontakt getreten sind, damit wir die Befürchtungen aus der Welt schaffen können. Mit einem Gespräch lässt sich so vieles ganz einfach klären.“

Viele Hürden zu überwinden

Pläne für eine Offroad-Freizeit-Strecke gibt es schon lange. Dennoch mussten viele Hürden überwunden werden. „Das ist eine lange Geschichte. Mal gab es das Problem, dass der ADAC die Strecke zwar hätte betreiben wollen, aber nicht bauen. Dann war die Finanzierung ein Problem, wir wollten uns da nicht auf irgendwelche Angebote dubioser Firmen verlassen, sondern das als Verein lieber selber stemmen“, berichtet er. Als das Projekt dann schließlich Form annahm, sei er regelrecht euphorisch gewesen, allerdings habe er dann bemerkt, dass Motorsport im Jerichower Land nicht auf so viel Toleranz und Akzeptanz stößt wie erhofft. „Dabei gehört Motorsport zum Jerichower Land wie Pferdesport oder andere Sportarten. Aber ich denke, es gibt bei allen Freizeitaktivitäten Menschen, die dagegen sind. Selbst bei Taubenzüchtern gibt es bestimmt Leute, die das stört.“

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2017 hatte der MSC schon auf dem Gelände die Enduro-Europameisterschaften ausgerichtet. Nur kurze Zeit später untersagte der Landkreis Jerichower Land die weitere Nutzung, weil die immissionsschutzrechtliche Genehmigung fehlte. Diese liegt nun vor.

Naturschutz ist Verein sehr wichtig

Die Eröffnung der Strecke steht nun praktisch in den Startlöchern. Der Verein wartet nun nur noch auf die Zuweisung, wo sich die Ausgleichsflächen befinden sollen. Dann soll es losgehen, auch mit einem Tag der offenen Tür, um allen Interessierten und Anwohnern die Strecke und die anstehenden Veranstaltungen zu präsentieren.

Naturschutz ist dem Verein durchaus wichtig, der Wald soll möglichst wenig geschädigt werden. „Und wir planen mit der unteren Naturschutzbehörde ein Projekt mit Nistkästen auf dem Gelände der Strecke. Das wird sehr interessant, daran zu erkennen, wie die Vögel auf die Offroad-Strecke reagieren.“ Trotz der kontroversen Diskussion um das Gelände hält Kahlfuss die Strecke für ein sehr wichtiges Projekt: „Wir müssen den Leuten etwas bieten. Und bei uns können Motorsport-Interessierte dann auf einer sicheren Strecke fahren. Und so verhindern wir auch das Fahren dort, wo es nicht erlaubt ist.“