Dannigkow l Gerade einmal vier bis sechs Grad Celsius ist das Wasser am Grund des Plattensees noch warm. Dort mussten die Taucher des Vereins Aqua-Aero hin, um die Plattform neu zu verankern. In ihren Trockenanzügen (und mit Ski-Wäsche darunter) halten es die Männer gut eine Stunde bei diesen Temperaturen aus.

Unterstützt wurden die Taucher von der Gommeraner Ortsfeuerwehr. Die Einsatzkräfte brachten im Schlauchboot die neuen Gewichte und das neue Seil zur Plattform rüber. Und nahmen im Gegenzug das alte Seil mit an das Festland.

Helfer im Neoprenanzug

Während drei Taucher an der Plattform arbeiteten, waren drei andere im Wasser unterwegs, um den Plattensee von Müll zu befreien. Sektflaschen und Haarreifen brachten sie unter anderem ans Ufer. Tim Stucke - noch im Neoprenanzug - absolvierte dabei seinen ersten Tauchgang im kalten Wasser. Er hatte im Sommer seinen Tauchschein gemacht. „Ich war schon als Kind eine Wasserratte gewesen“, erklärte er. Neben der Freude an der Erkundung der Unterwasserwelt gefällt ihm der Zusammenhalt im Tauchverein.

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Aqua-Aero wurde Anfang der 1990er Jahre gegründet und hat etwa 30 Mitglieder. „Die meisten kommen aus dem Jerichower Land und aus Magdeburg“, informierte Erhard Pasch, Kassenwart des Tauchvereins.

Der Verein verfügt über eine eigene Füllstation. „Saubere Atemluft in der Flasche ist das wichtigste, was ein Taucher braucht.“

Arbeiten unter Wasser

Während es eigentlich nicht gestattet ist, in den Gewässern der Umgebung zu tauchen, gibt es für Aqua-Aero eine andere Regelung. Die Vereinsmitglieder üben ihr Hobby nicht nur zum Spaß aus, sondern machen sich oft auch nützlich. Neben der Seeräumung von Müll helfen sie, wenn Bäume ins Wasser gestürzt sind oder wenn Treppenstufen, die ins Wasser führen, repariert werden müssen.

„Wir tauchen fast das ganze Jahr lang“, erzählte Erhard Pasch. Eine Pause mache man eigentlich nur im Juli und August, um den Badebetrieb nicht zu stören. Zu den jährlichen Höhepunkten gehört das Neujahrstauchen am 6. Januar. „Teilweise verreisen wir auch zusammen, um irgendwo anders tauchen zu gehen.“ Dann nehmen sie oft ihre Familien mit.

Während der Plattensee nur Sichtweiten von einem Meter oder etwas mehr bietet, eröffnen sich im glasklaren Meer mit weiter Sicht ganz andere Taucherlebnisse.

Geisterwälder, Schienen und Pumpenhä

Wobei gerade die Steinbruchseen ihre eigene Faszination haben. Pumpenhäuschen, Schienen, sogar Geisterwälder lassen sich unter Wasser finden. Auch wenn es inzwischen technische Möglichkeiten gibt, lautet immer noch ein Grundsatz, dass ein Taucher nicht alleine ins Wasser gehen sollte. Jede Sauerstoffflasche ist mit einem zweiten Mundstück ausgerüstet, um im Notfall dem anderen auszuhelfen.

Gut 50 Kilogramm ist die Ausrüstung schwer, die ein Taucher auf dem Rücken trägt, und die im Wasser schwerelos wird.

Jeder Taucher verbraucht unter Wasser unterschiedlich viel Sauerstoff. Wer anfängt und noch sehr aufgeregt ist, bei dem reicht der Vorrat nicht so lange wie bei jemanden mit langjähriger Erfahrung. Zudem kommt es auf die Tätigkeit an. Wird unter Wasser gearbeitet, wird mehr Sauerstoff benötigt als bei einem ganz entspannten Tauchgang.

Heute trägt jeder einen Tauchcomputer am Handgelenk, der genau Auskunft gibt, wie viel Luft noch in den Flaschen vorhanden ist oder wie schnell aufgetaucht werden kann. Früher mussten sich die Taucher viel intensiver vorbereiten und selbst Rechnungen anstellen. Für den Fall, dass der Computer ausfällt, müssen sie allerdings auch heute gerüstet sein.