Burg l In einem 20 Quadratmeter kleinen Kellerraum unterhalb eines Burger Sportclubs proben, streiten und tüfteln die fünf Musiker um Micha Waschau einmal die Woche. „Es ist schon Wahnsinn, dass wir nach über 20 Jahren immer noch zusammen spielen und es so gut läuft“, so „Vati“ Waschau.

Höhen un Tiefen

Dabei hatte die Band einige Rückschläge zu verkraften: Gitarrist Guido starb bei einem Autounfall, gerade in einer Zeit, als die Band so gut wie jedes Wochenende Engagements, von Leipzig bis Brandenburg, hatte. Und dann erkrankte auch noch Sänger Micha. „Da musste ich erstmal wieder meine Stimme trainieren, damit wir weitermachen konnten.“

Eines ist „Hellet“ nicht – beliebig. „Wir sind nicht nur Musiker, wir sind auch Freunde“, sagt Ralf Lorenz, der in der Band die Leadgitarre spielt. „Deswegen kam es für uns nie in Frage, einfach jemanden auszuwechseln oder zu ersetzen!“

Folglich werden alle Höhen gemeinsam gefeiert und alle Tiefen zusammen durchgestanden, so der Entwicklungsingenieur. „Dass wir als Band eine so große Bekanntheit erreicht haben, ist nicht nur der Musik zuzurechnen. Fundament ist unsere Freundschaft.“

„Hellet“ – das sind Michael Hartmann, Rhythmusgitarre, Marco Grosse und Thomas Groth, Bass, Lucas te Vehne und Norman Mücke, Drums, Ralf Lorenz, Leadgitarre, und Michael Waschau, Gesang. Die Doppelbesetzungen an Drums und Bass erschließen sich daraus, dass jeder aus persönlichen Gründen auch mal eine Auszeit nehme, erzählt Micha Waschau. „Meist lässt die Arbeit eine Zeit lang das Hobby nicht zu.“

Tags der Beruf, nachts die Musik

Alle betreiben die Musik als Hobby, am Tage gehen sie ihren bürgerlichen Berufen nach. So ist Waschau Kraftfahrer, Grosse Designer und Hartmann Ausbilder, te Vehne Soldat.

Mit drei Mitgliedern gründete sich „Hellet“ 1996. „Da war so ein Lebensgefühl“, bekennt Micha Waschau, „und das wollten wir rüberbringen.“ Warum gerade die Bösen Onkelz, könnte man fragen. „Bei ihren Liedern ist für jeden etwas dabei“, ist die einhellige Meinung der Musiker.

Ob Kritik an der Gesellschaft, Selbstfindung oder der individuelle Lebensstil abseits von Schablonen und Denkverboten - dies begeistert die Band immer wieder. Ralf Lorenz dazu: „Mir hat das Harte, Ursprüngliche in der Musik von Anfang an gefallen.“ Er ist einer der Musiker, die erst später zur Band stießen. „Ich kannte die Jungs schon und wollte mir eine Probe angucken“, so Lorenz. „Bis dahin hatte er noch nie eine Gitarre gehalten!“ Als Ralf Lorenz sah, wie die Band im Probenraum aufdrehte, beschloss er: „Ich lerne Gitarre und steige mit ein.“

Anfangs spielte sich „Hellet“ durch Clubs und kleine Bühnen, um dann in den letzten Jahren bei Veranstaltungen, etwa in der Motorsportarena Oschersleben oder bei verschieden Festivals, aufzutreten. „Besonders das in Belzig ist uns immer noch in Erinnerung“, sagt Micha Hartmann, „Dort rockten wir vor 5000 Leuten, die nach unseren Zugaben vor uns auf die Knie gingen – Gänsehaut pur.“

Beim Jubiläum war die Stadthalle voll

2016 feierte die Band ihr 20-jähriges Bestehen in der ausverkauften Burger Stadthalle. „Unsere Auftritte wären nicht möglich, wenn uns Maik Pötzl nicht immer mit einem Transporter für die Technik unterstützen würde“, bekennt Micha Waschau. „Und wir sind ja ganz schön laut beim Proben, und Dirk Bernsee hält es immer noch mit uns aus.“

„Hellet“ ist eine Gemeinschaft, eine Band, die es mit der Tradition genau nimmt: „Deswegen spielen wir, wie jedes Jahr, am 21. Dezember unser Weihnachtskonzert im BigBen.“

Für das nächste Jahr gibt es auch schon Pläne: So steht ein Gig beim FCM-Fanclub-Treffen an und ein Auftritt in einem großen Bikerclub.