Naturentdeckertage in Friedensau

Nach Lockdown kehrt wieder Leben auf den Zeltplatz zurück: Erste Pfadfindergruppen haben sich angekündigt

Nach dem coronabedingten Lockdown tut sich inzwischen wieder einiges auf dem Zeltplatz Friedensau. Für Kinder werden in den Ferien Naturentdeckertage angeboten. Auch Camps finden wieder statt.

Von Stephen Zechendorf
Pädagogisch wertvolle  Angebote für Kinder und Jugendliche gibt es auf dem Zeltplatz schon lange, so etwa das Indianer-Camp "Heyoka" vor einigen Jahren.
Pädagogisch wertvolle Angebote für Kinder und Jugendliche gibt es auf dem Zeltplatz schon lange, so etwa das Indianer-Camp "Heyoka" vor einigen Jahren. Foto: Stephen Zechendorf

Friedensau - Erstmals bietet das Zeltplatzteam solche „Entdeckertage“ an, sagt Cordula Hartmann, die Natur- und Umweltpädagogin auf dem Zeltplatz Friedensau. Wegen der weiterhin geltenden Auflagen ist die Teilnehmerzahl begrenzt, Anmeldungen zu den Entdeckertagen sind daher erforderlich.

Das Angebot richtet sich an Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren. Beginn ist stets um 10 Uhr, Schluss ist um 16 Uhr. Die Kosten pro Tag belaufen sich auf 10 Euro für Material, Snacks, Mittagessen und Getränke.

Unter verschiedenen Themenschwerpunkten stehen die pädagogisch ausgearbeiteten Tagesangebote. Mal geht es um Bäume oder Insekten, dann um das Leben im Wasser, ein anderes Mal werden Leckereien aus dem Wald erforscht.

Angebote für Familien und Schulklassen

Aber auch ohne Programm gibt es an allen anderen Ferientagen die Möglichkeit, den Naturlehrpfad von Friedensau zu besuchen. Kinder können mit ihren Familien entlang des Waldwanderweges rund um den Ort viel über die Natur erfahren. Begleitet werden die Entdecker von „Frieda“, einer kleinen Mistkäferdame, die auf Infotafeln erklärt, was es im Wald alles zu entdecken - und zu schützen gibt. Ein Forscherheft für Kinder liegt an der ersten Informationstafel zum Mitnehmen aus. Startpunkt für den gut anderthalb Kilometer langen Wanderweg ist hinter dem Friedhof von Friedensau am Waldring 1.

Auch mit Angeboten an Gruppen oder Schulklassen wird im Rahmen eines außerschulischen Lernorts nicht nur Waldwissen vermittelt, heißt es auf der Internetseite des Friedensauer Zeltplatzes: „Kinder und Jugendliche können unterschiedliche Facetten der Natur aus den Themenbereichen Wald, Wiese, Gewässer, Boden, Nachhaltigkeit erforschen und erleben.“

Die Angebote dazu sind in Module unterteilt, die sich in der Intensität, der Dauer und dem Inhalt der Naturbegegnungen unterscheiden. Man richtet sich nach den Lehrplänen des Landes Sachsen-Anhalt.

Erstmals Zeltlager zur Nachhaltigkeit

Nach langem Stillstand kann der Zeltplatz auch wieder in geringem Umfang Gruppen beherbergen. So fand etwa am vergangenen Wochenende das Nachhaltigkeits-Camp „Umdenken“ statt.

Die Adventjugend, die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der Zeltplatz Friedensau sowie die Hilfsorganisation ADRA Deutschland organisierten ?gemeinsam das  Camp, welches künftig einmal im Jahr stattfinden soll.

70 Teilnehmer aus ganz aus Deutschland befassten sich in Vorträgen und Workshops mit dem Thema Nachhaltigkeit, berichtet Sabine Schorcht, die als Zeltplatzleiterin das Zeltlager mitorganisiert hat.

Von Kindern bis zu Teilnehmern um die 70

Sie ist begeistert von der Vielfalt der Teilnehmer: „Es war ein sehr familienorientiertes Camp mit vielen Kindern aber auch älteren Teilnehmern um die 70 Jahre“. Dazu kamen einige Jugendliche, welche sich in der Bewegung „Friday for Future“ engagieren und ihre Eltern quasi „mitgeschleppt“ haben. Die Teilnehmer versorgten sich auf dem Zeltplatz selbst, und zwar Bio, vegetarisch beziehungsweise vegan.

Das Camp wird auf die Teilnehmer übrigens nachhaltige Wirkung haben: „In einer Abschlussaktion haben sich alle selber einen Brief geschrieben, was sie sich in Sachen Nachhaltigkeit vornehmen oder ändern wollen“, berichtet Sabine Schorcht. In acht Wochen bekommen die Teilnehmer die Briefe zugeschickt. Das nächste Nachhaltigkeitscamp soll am ersten Juli-Wochenende 2022 stattfinden.

Öffentliches Konzert im August

Noch für dieses Jahr ist das sogenannte „Hope-Camp“ der Freikirche der Adventisten geplant. Gut 300 Teilnehmer aus ganz Mitteldeutschland, Berlin und Brandenburg werden dann erwartet.

Ebenfalls wird im August eine Jungbläser-Freizeit mit Musikern aus ganz Mitteldeutschland erwartet. Das Positive für die Region dabei: Die jungen Musiker werden sich mit einem öffentlichen Konzert aus Friedensau verabschieden.

Pfadfinder aus Luxemburg reisen sogar an

In „normalen Jahren“ finden in Friedensau gleich mehrere große Pfadfinderlager mit mehreren Hundert Teilnehmern statt. Natürlich werden auf dem großen Zeltplatz auch in diesem Jahr Pfadfinder ihre Jurten aufschlagen, heißt es seitens des Zeltplatzteams. Sogar aus Luxemburg reisen Pfadfinder an.

Allerdings gelten bis auf weiteres strenge Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Es gibt Hygienekonzepte und Absprachen mit den zuständigen Ämtern.