Burg l Ein wenig Erleichterung war den BWG-Vorständen Friedhelm Harp und Heino Näth sowie der Aufsichtsratsvorsitzenden Sigrid Schmidt gestern anzumerken. Nach etwa 18 Jahren der Vorbereitung – von der ersten Vision bis zur fertigen Planung und Finanzierung – kann der erste Wohnungsneubau der Genossenschaft in der Kreisstadt seit der Wende starten. Und das in bester Innenstadtlage an der Ecke Gartenstraße/Martin-Luther-Straße ganz in der Nähe zu Goethepark und Schartauer Straße. Nach dem Abriss von zwei Plattenbauten ist es jetzt möglich, ein ganzes Areal deutlich aufzuwerten. Knapp zwölf Millionen nimmt die Wohnungsbaugenossenschaft in die Hand, um in zwei Bauabschnitten auf einer Grundstücksfläche von rund 6000 Quadratmetern die Gebäude zu errichten.

Ab Februar kommenden Jahres beginnen die Arbeiten für das Objekt in der Martin-Luther-Straße, ab September dann in der Gartenstraße. Insgesamt werden in den drei- beziehungsweise viergeschossigen Häusern 39 moderne und barrierearme Zwei- bis Vier-Raum-Wohnungen entstehen, die sich vom bisherigen Standard abheben sollen. Sie werden in der Größe zwischen 62 und 94 Quadratmetern variieren. „Wir schaffen eine neue Wohnqualität und wünschen uns eine altersmäßig gemischte Mieterschaft, wo Alt und Jung sich wohl fühlen“, sagt Friedhelm Harp. Dafür sieht auch Landrat Steffen Burchhardt (SPD) gute Chancen, der mit Kreisvorstand Stefan Dreßler die alles entscheidende Baugenehmigung überreichte. Das Vorhaben in Burg bezeichnete Burchhardt als städtebaulichen Meilenstein für die ganze Stadt und ganz besonders dieses zentrale Quartier. „Der Bedarf nach Wohnungen mit höherem Standard ist zweifellos vorhanden. Hier werden mehr als 100 Menschen eine neue Heimstätte finden.“ Und die BWG liege mit der Investition im Trend der Zeit und biete damit beste Voraussetzungen, um neue Einwohner in die Stadt zu locken. Zumal alle Wohnungen über Balkon oder Terrasse sowie teilweise bodentiefe Fenster verfügen, außerdem über einen Aufzug und ausreichend Parkplätze, inklusive Elektro-Ladesäulen. „Auf diese Weise werden wir auch der veränderten Mobilität der Mieter gerecht“, betonte Schmidt. Das Projekt abrunden sollen gestaltete Grünflächen. Mit Fertigstellung des Gesamtvorhabens rechnet die BWG im zweiten Halbjahr 2023. „Begonnen wird mit dem Gebäude in der Martin-Luther-Straße, wo bereits ein Bauschild aufgestellt wurde“, kündigte Heino Näth an.

30 barrierearme Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen

Während für den Neubau quasi Anlauf genommen wird, ist die BWG etwa 300 Meter weiter mit der Umgestaltung einer „Platte“ aus den 70er Jahren in den Eingängen 64 bis 66 in der Lutherstraße bereits voll im Gange. Insgesamt 3,5 Millionen Euro werden hier investiert, um das Gebäude nach modernen Bedürfnissen umzubauen. Es entstehen 30 barrierearme Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen mit Fahrstuhl und Balkon. Damit sich Interessierte oder künftige Mieter auch ein Bild machen können, soll Anfang Dezember eine Musterwohnung hergerichtet werden.

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