Loburg l Seit Beginn der laufenden Wahlperiode hat das Wort des Ökologischen Beirates offenbar wieder etwas mehr Gewicht. Bei den zurückliegenden Sitzungen waren Vertreter des Ehrenamtlichen-Gremiums anwesend, und sie wurden gehört. So auch, als es um den Einsatz von Spritzmitteln im öffentlichen Raum ging.

In der jüngsten Arbeitsberatung ging es unter anderem wieder um die chemischen Hilfsmittel, auf die Möckerns Bauhof zurückgreifen kann, aber es vielleicht nicht mehr sollte.

„Der Einsatz von Glyphosat wird von uns stark kritisiert. Man sollte den Einsatz von Bioziden keinesfalls zulassen“, so Beiratsmitglied Christoph Kaatz. Die Stadtverwaltung Möckern hatte nach den jüngsten Forderungen des Loburger Ortschaftsrates nach „mehr Mut zu Natur“ darum gebeten, einen Plan zu erarbeiten, wo künftig weniger öffentliches Grün gepflegt werden solle. Dieser Plan, so Christoph Kaatz, sei noch in Arbeit.

Dass in den vergangenen Wochen die Wiese hinter der Loburger Burg zu einem Großteil nicht gemäht worden ist, befürwortet der Ökologische Beirat. „Auch wenn es schon wieder Stimmen gab, die das hochwachsende Gras bemängeln. Hier ist noch viel ideologische Arbeit notwendig“, so Kaatz.

Auch was die Pflege von Großbäumen im Ortsbild betrifft, hat der Beirat Anmerkungen: „Die Art des Schnitts ist oft sehr unkorrekt oder für die Bäume schädlich. Es ist unbedingt darauf hinzuweisen, dass der Baumverschnitt korrekt vorgenommen werden soll.“ Kaatz nannte als möglichen Ansprechpartner aus den eigenen Reihen Ulf Drzymala.

Apropos Baum-Schnitt: Mitglieder des Storchenhofes hatten sich vor einigen Jahren dafür eingesetzt, die Kaiserbirnen am Möckernitzer Damm nicht zu fällen. Anwohner hatten sich über das Fallobst und das daraus resultierende hohe Wespen-Aufkommen beschwert. Nur mit dem Versprechen, die Früchte morgens und abends aufzulesen, konnte der Bestand der Bäume gesichert werden. Auch in diesem Jahr hängen die fünf Bäume voller Obst. „Die Ernte steht bevor“, so Kaatz: „Das gute Obst der ersten zwei Bäume kommt nach Deetz zur Mosterei. Der Rest soll wieder in der Brennerei Kullmann zum ‚Glockengeist‘ gebrannt werden. Der Brenner braucht dazu reife Birnen, die im September geerntet werden. Das heruntergefallene Obst dient der Schaf- und Wildfütterung.“

Zu den weiteren aktuellen Themen im Beirat gehört auch die Wassersituation. „Der niedrige Ehle-Stand ist den allgemeinen Bedingungen geschuldet“, weiß auch Kaatz. Aber der von einem Tag auf den anderen deutlich abgesackte Pegel vor einigen Wochen blieb von den Beiratsmitgliedern nicht unbemerkt. Kaatz spricht von einem weiterhin relativ niedrigen Pegelstand. Ein Mitglied des Beirates, Jan Blaue, stehe mit dem Ehle-Ihle-Verband in Verbindung, hieß es.

Zu den Aktionen des Ökologischen Beirates zählt auch die Installation von Nistkästen. So wurden in der Vergangenheit auf dem Burggelände und im Stadtgebiet zahlreiche Kästen für Turmfalken und Schleiereulen, Wiedehopf und Fledermäuse installiert. Einen solchen Ökologischen Beirat gibt es bisher nur in Loburg. Er versteht sich selbst als eine „offene Vereinigung“, zu der auch weitere engagierte Bürger hinzustoßen können. Dazu erklärt Christoph Kaatz: „Wer spezifisches Wissen oder eine besondere Beziehung zur Ökologie hat, ist gern gesehen.“ Zu dem Gremium zählen neben Christoph Kaatz derzeit Ringo Bauschke, Oswald Wiczorek, Jan Blaue, Horst Briswitz, Mirko Gericke, Ulf Drzymala und Ludwig Domroese.