Gewässerverschmutzung

Ölfilm auf Niegripper See sorgt für Großeinsatz von Feuerwehren

Der Niegripper See bleibt für Badelustige vorerst gesperrt. Grund ist eine großflächige Verunreinigung des Gewässers, auf dem sich ein großer Schmutzfilm ausgebreitet hat. Betroffen ist außerdem ein rund zwei Kilometer langer Bereich des Elbe-Havel-Kanals.

Von Mario Kraus und Thomas Pusch
In allen möglichen Farben leuchteten Teile  des Niegripper Sees – leider ein Zeichen für eine gefährliche Verschmutzung.
In allen möglichen Farben leuchteten Teile des Niegripper Sees – leider ein Zeichen für eine gefährliche Verschmutzung. Foto: Feuerwehr Burg

Niegripp - Nichts mit ausgelassenem Badespaß am idyllisch gelegenen Niegripper See. Vorerst jedenfalls. Nach einer Gewässerverunreinigung – vermutlich mit Kraftstoff und Öl – ist das Baden und das Befahren des bekannten Gewässers mit Booten bis auf Weiteres untersagt. Das teilte am Donnerstag die Wasserschutzpolizei Magdeburg mit. Am Mittwochnachmittag, so hieß es weiter, war bekannt geworden, dass es auf dem Niegripper See und auf einer Länge von etwa 2,3 Kilometern auf dem Elbe-Havel-Kanal, Höhe Niegripp, eine Verunreinigung gab. Die Berufsfeuerwehr Magdeburg sowie die Freiwilligen Feuerwehren Magdeburg, Burg und Niegripp waren vor Ort, um den flüssigen Stoff zu prüfen und die Ausbreitung mit einer Ölsperre zu verhindern. Allein die Wehren Burg und Niegripp waren mit 25 Feuerwehrleuten im Einsatz. Für sie war es der größte Umwelteinsatz auf einem Gewässer seit Jahren, so Burgs Ortswehrleiter Jens Wiedemann. „Das Ausmaß war schon enorm und hat uns überrascht.“Auch ein Polizeihubschrauber kam zum Einsatz. Der dokumentierte aus der Luft die Gewässerverunreinigung.

Polizei und Landkreis ermitteln

Durch die Wasserschutzpolizei wurden Ermittlungen aufgenommen, um den Verursacher der Verschmutzung zur Rechenschaft zu ziehen, so Pressesprecher Lutz Wendt. Das könne einige Tage in Anspruch nehmen.

Auch der Landkreis reagierte Donnerstagnachmittag und erließ eine so genannte Allgemeinverfügung, wonach es Badegästen und Wassersportlern untersagt ist, ins Wasser zu gehen. Zudem wird der Elbe-Havel-Kanal für rund eine Woche gesperrt bleiben, damit die Havarie bis zur Beseitigung eingedämmt werden kann.

Donnerstagnachmittag beriet der Landkreis mit Fachfirmen, wie man die Verunreinigungen auf dem See bindet und das Wasser somit reinigen kann, teilte Pressesprecherin Claudia Hopf-Koßmann mit.

See sollte gemieden werden

Ortsbürgermeister Karl-Heinz Summa (parteilos) hatte sich ebenfalls über den langgezogenen Schmutzfilm informiert. „Gerade jetzt, wo viele Touristen und Badelustige aus Niegripp und der Umgebung den See für eine Abkühlung nutzen, ist die Sperrung natürlich ein Einschnitt. Wichtig ist aber im Interesse der Gesundheit, dass sich jeder daran hält und kein Risiko eingeht.“ Auch der amtierende Burger Stadtchef Jens Vogler appellierte, den See zu meiden und Abkühlung in anderen Gewässern zu suchen. Die Gefahr für gesundheitliche Schäden sei groß. Wichtig sei es jetzt, dass die Stoffe im Gewässer genauestens analysiert werden.

Anwohner der Gemeinde vermuteten gegenüber der Volksstimme, dass es sich bei der regenbogenartigen Schmutzlache um größere Mengen Diesel handeln könnte.

Inwieweit die Verunreinigung Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt sowie Fische hat, ist noch unklar. „Wir hoffen, dass sich der Schaden in Grenzen hält“, sagt Thomas Wittwer, Vorsitzender des Fischereivereins Burg.

Selbst aus der Luft kann man sehen, in welchen Ausmaß Kraftstoff und Öl in den See gelaufen sind. ein Polizeihubschrauber hat das mit der Kamera dokumentiert.
Selbst aus der Luft kann man sehen, in welchen Ausmaß Kraftstoff und Öl in den See gelaufen sind. ein Polizeihubschrauber hat das mit der Kamera dokumentiert.
Foto: Freiwillige Feuerwehr Burg