Burg l „Nach der Saison ist vor der Saison“, kurz und knapp bringt es Michael Bathge, der Betreiber des Parchauer Campingplatzes, auf den Punkt, „Jetzt ist erstmal Aufräumen angesagt.“ Das Sturmtief Xavier hat auch auf dem Gelände am Parchauer See Kiefern und Birken entwurzelt. Bathge ist mit allem gerüstet: „Kettensäge und Schwenklader brauchte ich hier schon und nebenbei musste ich ja auch noch Gäste verabschieden.“

Doch statt Notizblock, Telefon und einem kräftigen Händedruck, räumte er die Zufahrtsstraßen frei, prüfte ob noch andere Schäden entstanden waren und sprach aufmunternde Worte. Bathge erinnert sich an das Sturmtief „Felix“ – vor knapp drei Jahren. „Da erwischte es uns im wahrsten Sinne des Wortes kalt! Doch solche Wetterkapriolen gibt es ja schon fast regelmäßig, darauf muss ich als Betreiber vorbereitet sein“, sagt Bathge. Eines erstaunt ihn: dass Bäume umstürzten, denen er eine hohe Standfestigkeit zugetraut hätte – andere, unscheinbare, trotzten dem Sturm.

Die achte Campingsaison

Es ist nun schon Bathges achte Campingsaison in Parchau. Bis dato betreibt der agile Altmärker zwei Campingplätze: den am Waldbad Wischer – auf der anderen Elbseite, im Landkreis Stendal, und den Parchauer Campingplatz, hier, im Burger Stadtgebiet. Das ändert sich im kommenden Jahr. „Den Campingplatz in Wischer gebe ich ab, dann konzentriere ich mich vollkommen auf den Parchauer“, so Bathge.

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Und er hat einiges vor: In der neuen Saison können die Platzgäste von den Angeboten eines Imbisswagens profitieren, auch die Anbindung an das Internet treibt Bathge voran: „Die meisten Gäste möchten mit EC-Karte bezahlen – da ist die Grundbedingung eine ausreichend dimensionierte und stabile Internet-Verbindung. Auf dem knapp zwölf Fußballfelder großen Gelände gruppieren sich 75 Grundstücke. 20 für Tagestouristen, alle anderen sind Dauercamperplätze.

Zirka 30 Dauercamper haben sich zum Campingverein Parchau zusammengeschlossen. Vereinsvorsitzende Christel Hohmann, leidenschaftliche Camperin, schwärmt: „Wo kann man sich besser erholen als unter Kiefernwipfeln und mit herrlicher Ruhe. Hier kommt nur die Post, ansonsten hört man hier keinen Motor.“ Ursprünglich 60 Mitglieder, verkleinerte sich die Anzahl der Naturfreunde durch gesundheitliche und altersbedingte Gründe. Davon lassen sich die Dauercamper nicht entmutigen, nein, sie schauen nach vorn: Zusammen mit Pächter Bathge erneuerte man die Sanitäranlagen und zimmerte ein stabiles Vereinszelt. Hier versammeln sich die Getreuen um Hohmann und Co. Um zu beraten, aber auch „um zu feiern. Gemeinsame Feste sind doch das Juwel eines jeden Vereins“, so Elke Spillker, ebenfalls Vereinsmitglied, und sie erzählt: „Wir sind eine kleine Truppe. Doch wer Lust am Campen und am Vereinsleben hat, ist hier gern gesehen: Wir haben noch Plätze frei.“

Kunze, die Arbeitsbiene

Arbeitsbiene und Ansprechpartner für die wichtigen und auch weniger schweren Dinge wie Anmeldung, Abrechnung und alles, was sonst den Platz oder die nähere Umgebung betrifft, ist Katharina Kunze: ihres Zeichens Platzwartin. Gäste und Pächter halten große Stücke auf sie: „Da ich zwei Campingplätze im Auge behalten muss, ist es wichtig, dass ich verlässliche Mitarbeiter habe. Sie ist selbst Camperin und weiß, was Camper umtreibt. Dazu kommt dass Frau Kunze im Ort wohnt und so auch kurzfristig erreichbar ist“, bekennt Bathge.

Von blutrot zu blassgelb leuchtet in der Herbstsonne der wilde Wein an den Abgrenzungen der niedrigen Grundstückszäune. Bathge hat dafür kein Auge – er muss sich um die abreisenden Gäste und später dann darum kümmern, dass die Bungalows winterfest sind. Es gibt viel zu tun, doch sind die Handgriffe immer ähnlich. Der gelernte Elektriker und Naturfreund wünscht sich für die nächste Saison, dass die zahlreichen Radtouristen am Elbdeich in Richtung Campingplatz abzweigen. „Kommendes Jahr ist ja Landesgartenschau, da werden wir viel Betrieb auf dem Platz haben. Dafür habe ich ja die beliebten Campingfässer“, so Bathge. Gerade die Vorbereitung auf die Laga ist ein wichtiges Thema in Gesprächen mit dem Ortschaftsrat. Er betont, dass eine fruchtbare Zusammenarbeit bestehe. „Ortsbürgermeister Wernecke hat immer ein offenes Ohr für meine Belange“, bekennt Bathge.