Burg l Es geht zu wie im Taubenschlag: Alle paar Minuten öffnet sich die Tür der Mensa und weitere ehemalige Schüler betreten den großen Raum. An allen Tischen haben sich Grüppchen gebildet: aus jenen, die früher in eine Klasse gingen oder aus Freunden, die seitdem den Kontakt gehalten haben. Dana Hulgaard vom Rolandgymnasium hatte zum jährlichen Ehemaligentreffen nach Burg eingeladen.

Zur Tradition geworden

„Im Grunde ist es wie ein großes Klassentreffen“, beschreibt Dana Hulgaard die Veranstaltung. Seit mehreren Jahren organisiert sie das Ehemaligentreffen und weiß, dass es mittlerweile zu einer „richtigen Tradition“ geworden ist. Jedes Jahr am letzten Sonnabend im November kommen all jene zusammen, die einst Schüler oder Lehrer am Rolandgymnasium waren. „In den letzten Jahren sind es immer mehr geworden – und am Ende fällt es ihnen richtig schwer, auseinander zu gehen“, sagt Hulgaard.

Einer von denen, die fast jedes Jahr dabei sind, ist Falk Schulze. Er gehört zum Abiturjahrgang 1995, hat nach der Schule Elektrotechnik studiert und arbeitet in Magdeburg. Er ist Vater von zwei Töchtern, die er beide zum Treffen mitgebracht hat. Die größere, Ina, ist mittlerweile selbst Schülerin am Rolandgymnasium. Sie besucht die fünfte Klasse. Damit führt sie die Tradition fort: denn schon ihre Vater und sogar ihr Opa waren Rolandschüler in Burg. „So schließt sich der Kreis“, sagt Schulze, der sichtlich stolz auf seine Tochter ist.

Man kommt oder auch nicht

„Ich hatte eine Empfehlung für‘s Gymnasium bekommen und wollte auch hierher“, sagt die Zehnjährige. Falk Schulze mag am jährlichen Treffen, dass es ungezwungen sei: „Man kommt oder auch nicht. Und das feste Datum ist gut, andere Klassentreffen sind aufwendig zu organisieren“, sagt er.

Beim Ehemaligentreffen sieht er nicht nur ehemalige Klassenkameraden wieder – auch einige Lehrer lassen sich die Veranstaltung nicht entgehen. Reinhard Günter etwa: der frühere Klassenlehrer von Schulze und seinen Mitschülern ist seit 2016 im Ruhestand. „Im Prinzip komme ich jedes Jahr hierher“, erzählt Günter. „Heute sind es aber erstaunlich viele Leute, die schon länger raus sind“, stellt er fest. Üblicherweise sei der Jahrgang, welcher erst vor einem Jahr die Schule verlassen hat, am stärksten vertreten.

Vetraute Gesichter

Eine von denen, die nicht so nicht lange aus der Schule raus sind, ist Vanessa Leue (21). Sie gehört zum Abi-Jahrgang 2016, besuchte die Klasse 12.4. „Es ist schön, die vertrauten Gesichter wiederzusehen“, sagt sie. „Ich bin zwar erst seit zwei Jahren raus, aber gefühlt ist es eine Ewigkeit her.“ Nach der Schule hat sie eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin in der Börde begonnen, befindet sich im zweiten Lehrjahr.

Am Mensatisch sitzt sie neben Schülern der Parallelklasse – etwa neben Hanna Mertens. Sie zog nach der Schule nach Halle, um eine Ausbildung zur Hebamme zu beginnen. „Ich finde, es ist ein guter Zeitpunkt, alle zu sehen. Nach der Schule verläuft sich das leider“, sagt sie.

Kollegen wiedersehen

Sven Schulze, ehemaliger Deutsch- und Geschichtslehrer, hält nach seiner Klasse Ausschau. „Noch ist keiner da, aber die kommen noch“, ist er optimistisch. Erst seit Juni dieses Jahres sei er kein Lehrer mehr am Rolandgymnasium, nutze aber die Chance, um Kollegen und Schüler wiederzusehen. „Der Jahrgang, der frisch raus ist, verabredet sich meist zum ersten Treffen, dann wird es sporadischer – weil sie neue Wurzeln schlagen“, weiß er.

Für Kaffee und Kuchen sorgten die Eltern der Klasse 6.4. Lehrerin Andrea Gohla erzählt: „Viele der Muttis waren selber hier Schülerinnen und wollten helfen.“ Die Einnahmen wandern in die Klassenkasse.