Gommern l Die Sekundarschule Gommern trägt den Titel „Umweltschule in Europa“, den sie in diesem Jahr zum 16. Mal erfolgreich verteidigen konnte. Für die Schüler bedeutet das auch, zweimal pro Jahr im Heidegarten zu harken, umzugraben und Unkraut zupfen. „Sie pflegen zum Beispiel ein Beet, das aussieht wie das Stadtwappen“, erklärt Lehrerin Annett Koczak. In Projekten lernen die Schüler außerdem Neues über die Themen Erdwärme oder Kompostierung – oder bauen im Herbst eine Igelunterkunft.

Aber nicht nur im Umweltprojekt engagieren sich die derzeit 280 Schüler, die in 13 Klassen organisiert sind. Es gibt zahlreiche weitere Kurse – von Backen über Graffiti sprühen bis zu Tanzkursen.

Schüler leiten eigene Projekte

Einen solchen Tanzkurs leitet Leoni Beck (13), Schülerin der achten Klasse und stellvertrende Schülersprecherin. 10 bis 15 Kinder aus unterschiedlichen Klassenstufen unterrichtet sie dabei, die Gruppe tritt sogar auf dem Gommeraner Gurkenmarkt oder dem Weihnachtsmarkt auf. „Ich habe den Kurs von Janine übernommen“, erklärt Leoni. „Ich gebe aber keine Choreographie vor, sondern wir entwickeln sie alle zusammen“, sagt die 13-Jährige.

Mit dem Graffitiprojekt, das Lehrerin Annett Koczak organisiert, wurde vor vier Jahren begonnen. „Die Mauer des Kanuvereins Pretzien und Rückwände von Garagen haben die Schüler schon gestaltet“, erzählt sie. Und der positive Effekt: Keines der bisherigen Projekte wurde übersprüht, freut sich Koczak.

Von 2010 bis 2013 wurde die Schule bei laufendem Betrieb saniert. „Es wurde alles erneuert und aus dem ehemaligen DDR-Bau das Maximale herausgeholt“, sagt Schulleiterin Bärbel Kaiser. „Das war sicher eine Belastung, aber die Schule ist ein Vorbild dafür, wie so etwas erfolgreich gelingen kann“, sagt Landrat Steffen Burchhardt.

Infoabende für Eltern

Schulsozialarbeiterin Nicole Voigt ist seit 2009 an der Sekundarschule tätig. „Die Einzelfallberatung ist meine Hauptaufgabe, zum Beispiel dann, wenn es innerhalb der Klasse Schwierigkeiten gibt“, sagt Voigt.

In Entspannungs- und Backkursen plauderten die Schüler zudem eher aus dem Nähkästchen als in einem ernsten Gespräch, erklärt Voigt. Auch (Internet-)Mobbing wird thematisiert. „Eine Woche lang ging es darum, auf welchen Seiten sich die Schüler aufhalten können und welche gefährlich sind“, sagt Bärbel Kaiser.

Für die Eltern bietet Voigt einmal pro Schuljahr einen kostenfreien, informativen Elternabend an. „Im Mai hatten wir einen Vortragenden aus Köln, der erklärt hat, welche Regeln Kinder brauchen“, erklärt Voigt. So soll erreicht werden, dass sich nicht nur die Schüler, sondern auch deren Eltern wohl und gut informiert fühlen.