Burg l Es ist kein Scherz: Bereits jetzt, etwa eineinhalb Jahre vor Wiedereröffnung der Burger Schwimmhalle muss sich die Stadt für ein entsprechendes Kassensystem mit Software entscheiden – als Grundlage für die künftigen Eintrittspreise. „Die notwendige Ausschreibung muss rechtzeitig auf den Weg gebracht werden“, begründet der zuständige städtische Mitarbeiter Alexander Tippelt. Wieviel Geld das jeweilige Vergnügen in Schwimmbad und Sauna kosten wird, muss der Stadtrat jedoch später festlegen. Ein Verfahren, das auch Schwimmmeister Frank Wedekind „als völlig normal“ betrachtet. Für die Entwicklung der Software müsse ein zeitlicher Vorlauf vorhanden sein. Und als Grundlage dafür sei die Entgeltstruktur entscheidend. Stadt und Kulturausschuss haben sich in diesem Zusammenhang bei der Nutzung des Bades auf eine Zeitspanne von mindestens zwei Stunden geeinigt – als „entspannte Variante“, so Tippelt. (Zum Vergleich: Im Marienbad Brandenburg oder in der Altmark-Oase Stendal existiert ein Sporttarif über eineinhalb Stunden.) Darüber hinaus soll es beispielsweise beim normalen und ermäßigten Entgelt eine personengebundene Zehner-Karte (zehn mal zwei Stunden) und die personengebundene Jahreskarte geben. Auch Familienkarten und Nachlöseoptionen für jede begonnene halbe Stunde sind Bestandteile der neuen Preisstruktur. Wer die Sauna aufsuchen will, muss für mindestens drei Stunden zahlen und kann gleichzeitig das Hallenbad mit nutzen. Auch fürs Schwitzen werden dann neben einem ermäßigten Eintrittspreis auch Zehnerkarten im Angebot sein.

Fest steht, dass im Rahmen der energetischen und allgemeinen Sanierung auch ein hochmodernes Kassensystem zu finden sein soll, das bargeldloses Zahlen ermöglicht.

Abrissarbeiten im vollen Gange

Bis die ersten Euro abgebucht werden können und Jung und Alt im Wasser und auf den Saunabänken auf ihre Kosten kommen, werden noch viele Fachleute Hand anlegen. Derzeit sind die Abrissarbeiten noch in Gange, das Gelände ist mit einem 200 Meter langen Bauzaun versehen. Drinnen im Gebäude rattern die Presslufthammer, wird unentwegt gehämmert. Das große Schwimmbecken ist mit einem Sicherungszaun aus Holz umgeben. Mehrere Hundert Kubikmeter Abbruchmaterial stehen bis jetzt im Protokoll, sagt Karsten Schulz, Bauleiter der beauftragten Firma Selekta. Unten im Keller besprechen Vorarbeiter Marcel Lischke und Frank Wedekind in den Technikräumen die weiteren Arbeitsschritte. Ob Filteranlagen oder Lüftung – jedes einzelne Teil muss demontiert und fachgerecht entsorgt werden. Ein bisschen Wehmut kommt unweigerlich auf, sagt Wedekind, der die Halle aus dem Effeff kennt und die neue Einrichtung dann als Ruheständler kennen lernen wird. Jetzt hält er alle Arbeiten mit dem Fotoapparat fest – vom Abriss bis zum Neuaufbau. Dafür werden mehr als neun Millionen Euro investiert – bis zum Frühsommer 2022. „Bislang liegen die Arbeiten im Zeitplan, die Koordination klappt gut“, sagt der Peter May vom Bau-Fachbereich der Stadtverwaltung.

Bilder

Die 30-mal 48 Meter große Schwimmhalle wurde 1974 als Stahlbetonfertigbau (Typ Anklam) errichtet. In den Jahren 1996/97 war eine erste größere Teilsanierung unumgänglich. Im Mittelpunkt standen dabei das Dach, das eine Wärmedämmung erhielt, das Foyer und die Fassade. Im Innern sind der Eingangs- und Empfangsbereich sowie die Umkleideräume umgestaltet worden, im Erdgeschoss wurde eine Trockensauna für 22 Personen eingebaut. Danach gab es immer noch kleinere Instandhaltungen und die Empfehlungen von Experten, eine grundlegende Erneuerung anzusteuern. Das wurde jetzt mit Hilfe von Fördermitteln des Landes in Höhe von insgesamt rund 4,3 Millionen ermöglicht.