Burg l Wo zu DDR-Zeiten Fleisch zu günstigen Preisen verkauft wurde und der Betriebsdirektor des Schlachthofes seine Wohnung hatte, soll in den kommenden Jahren neben dem Soziokulturellen Zentrum (SKZ) ein weiterer Treff für offene Kinder- und Jugendarbeit enstehen. Ein entsprechendes Rahmenkonzept, das die Verwaltung erarbeitete, stieß schon einmal auf Zustimmung des Stadtrates - wenngleich noch viele Details geplant und aufgezeigt werden müssen.

Kopplung mit Schulsozialarbeit

Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) bezeichnete den Standort an der Blumenthaler Straße als optimal. Vor allem aber könne es gelingen, ein altes Gebäude mit neuem Leben zu füllen. "Und Investitionen in die Kinder- und Jugendarbeit sind immer wichtig." Ziel der Stadt sei es seit Langem, ein breiteres Angebot für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Nicht zuletzt deshalb, da das Gebäude am Bismarckturm, das der Kreis-Kinder- und Jugendring derzeit nutzt, ohnehin nur als Übergangslösung gedacht war. In der Kopplung mit Schulsozialarbeit würde in der Freibank ein weiteres wichtiges Zentrum für junge Leute geschaffen werden.

Die Chancen, das Projekt in den nächsten Jahren umzusetzen, stünden gut. Bis zu 90 Prozent Fördermittel könnten eingeworben werden, so Rehbaum. Noch ist aber nichts in Stein gemeißelt. "Wir befinden uns am Anfang und sind dabei, auch noch mit den Trägern der Jugendhilfe zu reden."

Ferienangebote und mehr

Das unterstrich auch Sachgebietsleiter Alexander Tippelt in den vorhergehenden Beratungen. "Wir wollen mit der offenen Kinder- und Jugendarbeit die kulturellen und pädagogischen Angebote ausbauen und vertiefen - auf qualitativ hohem Niveau." Der Bedarf dafür ergebe sich aus einer so genannten Sozialraumanalyse. Diese komme unter anderem wegen der Jugendarbeitslosigkeit in Burg (6 Prozent) zum Schluss, dass es richtig sei, entsprechende Freizeitmöglichkeiten für junge Leute zu schaffen. Diese sollten frei zugänglich und wählbar, leicht erreichbar und nicht an Bedingungen geknüpft seien. Vor gesehen sind in diesem Zusammenhang Projektarbeiten, Ferienangebote sowie Eltern und Familienarbeit.

Teil des bisherigen Rahmenkonzeptes ist auch die Raumaufteilung. So könnten im Erdgeschoss ein großer Aufenthaltsraum mit einer Küche, ein großer Veranstaltungsraum sowie eine Werkstatt mit Abstellbereich eingezogen werden, im Obergeschoss wären ein großer Aufenthaltsraum, zwei weitere kleine Aufen-thalts- beziehungsweise Aktionsräume, ein Beratungs- und Betreuerraum sowie ein Umkleidezimmer denkbar.

Die genauen Kosten sollen jetzt nach und nach beziffert werden. "Das Projekt macht Sinn. Wir wollen aber von Anfang an mit eingebunden werden", sagte der Vorsitzende des Bau- und Umweltausschusses, Clemens Engel (CDU).

Mit umfangreichen Sicherungsarbeiten wird das Freibank-Gebäude seit Monaten vor dem Verfall bewahrt. 320.000 Euro stehen dafür bereit. Der Gesamtzustand ist mehr als schlecht, "aber zu retten", urteilte Architekt Klaus Wegner. Schon bei den ersten vorbereitenden Arbeiten wurde beispielsweise der braune Porenschwamm entdeckt, der von Feuchtigkeit lebt. Den Zimmerern blieb nichts anderes übrig, als Teile des Dachstuhls zu entfernen. Wegner erinnert sich dabei an die nächste Überraschung: Unterhalb der Dielenbretter hatte sich der zitronengelbe Hausschwamm breit gemacht. "Damit hatten wir eigentlich nicht mehr gerechnet." So musste schließlich die gesamte Holzbalkendecke weichen.