Burg l Mit kurzen Sätzen haben die Sparkassen Jerichower Land und Stendal diese Woche mitgeteilt, dass beide Häuser nicht zusammenwachsen werden. „Nach sorgfältiger Abwägung hat sich der Verwaltungsrat gegen einen Zusammenschluss der beiden Häuser entschieden. Im Ergebnis der Gespräche wurde festgestellt, dass beide Sparkassen sehr unterschiedliche geschäftspolitische Ausrichtungen haben“, ließ der Vorstand der Sparkasse Jerichower Land verlauten.

Territoriale Hindernisse

Und das heißt? „Wir sehen auch territoriale Hindernisse“, sagt der Vorstandsvorsitzende Norbert Dierkes auf Nachfrage der Volksstimme. So hätten in den vergangenen Monaten auch viele Kunden und Mitarbeiter auf den örtlichen Zuschnitt und die Entfernungen zwischen beiden Landkreisen aufmerksam gemacht. „Auch die Erreichbarkeit mit dem Öffentlichen Personennahverkehr ist ein Diskussionspunkt gewesen, den wir erörtert haben.

Zudem haben wir viele Faktoren abgewogen“, so Dierkes. Das bestätigt auch ein Mitglied des Verwaltungsrates gegenüber der Redaktion. „Verkehrsmäßig sind die Kreise wegen der Elbe alles anderes als optimal verbunden. Stendal ist auch deshalb keine wirkliche Option.“Trotz allem sei das Thema generell nicht vom Tisch. „Wir wissen nicht, wo wir in zehn Jahren stehen“, so Dierkes. Aber das gelte für alle Banken und Kreditinstitute. „Auch wir werden uns neuen Herausforderungen und Regulierungen stellen müssen.“

Bedauern über Ende der Gespräche

Eine der wichtigsten Aufgaben für die Sparkasse bestünde jetzt darin, sich mit aller Kraft auf das Jerichower Land zu konzentrieren, um die Corona-Krise zu meistern und weiter ein fester Partner für Firmen- und Privatkunden zu sein, ergänzt Abteilungsleiter Eckart Grundmann.

Die Kreissparkasse Stendal bedauerte in einer Pressemitteilung die Entscheidung zur Beendigung der Gespräche, da sich aus einer Fusion nicht nur Synergieeffekte, sondern auch positive Auswirkungen auf die Kunden und beide Landkreise ergeben hätten.

Mehr als 40.000 Kunden im Jerichower Land

Die Sparkasse Jerichower Land verfügt über rund 40.000 Privat- und 3.000 Gewerbekunden. Im Kreis werden insgesamt 15 Filialen vorgehalten sowie ein SB-Bereich in Burg-Süd. Die Bilanzsumme liegt laut Dierkes bei einer halben Milliarde Euro.

Nach Angaben des Kreissparkasse Stendal hätte die Bilanzsumme bei einer Fusion beider Einrichtungen etwa 2,4 Milliarden Euro ergeben. Dies hatte der Vorstandsvorsitzende Jörg Achereiner Ende vergangenen Jahres im Gespräch mit der Stendaler Volksstimme betont.