Burg l Vor der Abstimmung hat sich in der nichtöffentlichen Sitzung die Linke-Fraktionsvorsitzende Kerstin Auerbach noch einmal für die aktuelle Pächterin Janin Niele stark gemacht, deren Vertrag zum Monatsende endet, und den Antrag gestellt, den Vertrag mit der Pächterin zumindest bis zum 31. Dezember 2018 zu verlängern. Zuvor hatte Auerbach 380 Unterschriften an den Stadtratsvorsitzenden Markus Kurze (CDU) übergeben, die für Stadthallen-Pächterin Janin Niele gesammelt worden waren.

Die Mehrheit des Stadtrates stimmte dann aber für die Variante, die ein Interessenbekundungsverfahren vorsieht, an dem sich natürlich auch die aktuelle Stadthallen-Pächterin Janin Niele beteiligen kann. Damit folgte der Stadtrat der Empfehlung des Hauptausschusses. Janin Niele soll aber angeboten werden, bis zum 31. Januar 2017 Pächterin zu bleiben. Bis dahin soll das Interessenbekundungsverfahren als Grundlage für eine Entscheidung des Stadtrates über die langfristige Neuvergabe der Pacht abgeschlossen sein.

Janin Niele sagte gestern, dass sie sich über das Wochenende mit Experten beraten will, ob sie das Angebot, vorerst weiterzumachen, annimmt oder die Stadthalle am 30. Juni räumt. „Eine Verlängerung nur bis zum 31. Januar 2017 bringt mir ja wieder keine Planungssicherheit“, so die Veranstalterin.

Linke-Fraktionschefin Kerstin Auerbach führt für Janin Niele nach wie vor ins Feld, dass diese trotz vertraglicher Ungewissheit weder Kosten noch Mühen gescheut habe, den Burgern ein vielfältiges Angebot vorzuhalten. Durch die Pächterin sei in den vergangenen Monaten die Stadthalle wieder mit Leben erfüllt worden, es habe verschiedenste Veranstaltungen für alle Altersgruppen gegeben. Inzwischen, so Auerbach weiter, zeigen die Besucherzahlen, dass die Stadthalle als Veranstaltungsort wieder angenommen werde.

Die von der Verwaltung aufgeführten Probleme mit der Pächterin stünden, so Auerbach weiter, in keinem Verhältnis zu dem Schaden, der in der Öffentlichkeit entstehen würde, wenn der Pachtvertrag beendet wird. Den mehrheitlichen Beschluss, dass „die Pächterin jetzt noch ein halbes Jahr geduldet werden soll, bis sich ein anderer ins gemachte Netzt setzt“, findet Auerbach eine „Frechheit“ Janin Niele gegenüber.

Innerhalb der Verwaltung hätte man es nach Volksstimme-Informationen wohl lieber gesehen, wenn es am 30. Juni einen „Cut“ gegeben hätte und die Stadthalle bis zur Neuverpachtung wie früher in eigener Regie geführt wird. Dafür gab es aber keine Ratsmehrheit.

„Die Stadthalle ist kein Versuchslabor“, so ein Stadtrat, der für das Interessenbekundungsverfahren gestimmt hat. Seinen Namen will er nicht in der Zeitung lesen, nach „den Anfeindungen gegenüber uns Stadträten im Netz“ bei der Stadthallen-Diskussion. Wenn Frau Niele wolle, habe sie jetzt nochmal ein halbes Jahr Zeit, um zu zeigen, was sie kann und dass sie auch Verträge einhalten kann. „Wenn es nicht funktioniert, brauchen wir jemanden, der der Aufgabe gewachsen ist“, so das Stadtratsmitglied.