Mehr Beratung

Team des Paritätischen in Burg um zwei neue Mitarbeiterinnen verstärkt

Das Beratungszentrum des Paritätischen hat tatkräftige Verstärkung bekommen. Justine Friedrich und Stefanie Köhler sind nun für Beratungen in ihren Fachgebieten im Jerichower Land zuständig.

Von Nicole Grandt
Stefanie Köhler und Justine Friedrich (von links) sind die neuesten Mitglieder des Teams des Paritätischen in Burg. Mit ihrer Kompetenz kann der erhöhte Bedarf an Beratungen gedeckt werden.
Stefanie Köhler und Justine Friedrich (von links) sind die neuesten Mitglieder des Teams des Paritätischen in Burg. Mit ihrer Kompetenz kann der erhöhte Bedarf an Beratungen gedeckt werden. Foto: Mirko Ziegner

Burg - „Wir merken schon, dass es derzeit einen erhöhten Bedarf an Beratungen beim Paritätischen gibt“, stellt Stefanie Köhler fest. Ob dieser erhöhte Bedarf eine unmittelbare Folge des Lockdowns und der Corona-Pandemie ist, kann sie derzeit noch nicht mit Sicherheit sagen. „Ich denke, es wird sich in den kommenden Monaten zeigen, welche Auswirkungen diese Zeit gehabt hat und in welchem Umfang sie auftreten“, vermutet sie. Stefanie Köhler ist seit dem 1. Dezember 2020 Teil des Teams des Paritätischen in Burg, Anfang April 2021 kam ihre Kollegin Justine Friedrich dazu. Zusammen mit den anderen Mitarbeitern des Paritätischen kümmern die beiden sich um die Anliegen von Personen in der Erziehungs- und Schwangerenberatung aus dem Jerichower Land.

Was macht der Paritätische?

Doch was ist der Paritätische eigentlich? Der Paritätische ist ein Wohlfahrtsverband von verschiedenen, eigenständigen Organisationen, Einrichtungen und Gruppierungen der Wohlfahrtspflege, die soziale Arbeit für andere Personen oder als Selbsthilfe leisten. Der Verband vertritt mit seinen  zahlreichen Mitgliedsorganisationen vorrangig die Belange von sozial benachteiligten Menschen und von Ungleichheit und Ausgrenzung bedrohten oder bereits betroffenen Personen. Der Paritätische will mit seinem Wirken auf eine bessere Sozial- und Gesellschaftspolitik hinarbeiten, die Ursachen von Benachteiligung beseitigen, ein selbstbestimmendes Leben ermöglichen und außerdem sachgerechte Rahmenbedingungen für eine zeitgemäße soziale Arbeit schaffen.

Stefanie Köhler kann bereits auf einige Monate Arbeit im Jerichower Land zurückblicken. „Beratungstätigkeiten kenne ich schon aus meiner vorherigen Berufstätigkeit, deswegen bringe ich hier viel Erfahrung mit. Besonders freue ich mich, dass ich hier nun mit Kindern zusammenarbeiten kann“, berichtet sie. Stefanie Köhler hat den Magister in Pädagogik und Soziologie und absolvierte eine Zusatzausbildung zur Traumapädagogin. „Mich haben die Leitbilder der Parität geprägt, hier meine Kraft und Erfahrungen für unsere Klienten einzusetzen“, erklärt sie ihre Motivation, nun für den Wohlfahrtsverband zu arbeiten. Ihre Kollegin Justine Friedrich ist studierte Sozialpädagogin und seit dreieinhalb Monaten Bestandteil des Teams.

Stets mit Herzblut bei der Arbeit

Die Arbeit in der Erziehungsberatung sei oft emotional, aber dennoch sehr erfüllend, berichtet Stefanie Köhler. Dies sei für sie stets eine Motivation, mit Herzblut an die Arbeit zu gehen.

Stefanie Köhler und auch ihre Kollegin Justine Friedrich sind sehr froh, dass die persönliche Beratung und Begegnung nun wieder in einem größeren Umfang möglich ist, denn obwohl das Beratungszentrum auch während des Lockdowns fast durchgängig geöffnet blieb, außer im April 2020, so mussten alle Beteiligten doch gewisse Einschränkungen bei ihren Tätigkeiten hinnehmen.

Gerade Kinder und Jugendliche haben die Schule, Vereine, Hobbys und andere Aktivitäten vermisst und damit natürlich viel wichtige soziale Kontakte. Das hat Auswirkungen auf junge Menschen. Die Isolation bringt oft Verunsicherung mit sich, deswegen rechnen die neuen Mitarbeiterinnen damit, dass sie in Zukunft verstärkt gebraucht werden. Der Bund hat ein Aktionsprogramm von zwei Milliarden Euro bewilligt, um Lernrückstände von Schülern abzubauen und frühkindliche Bildung zu fördern. Beide Aspekte sind in den vergangenen eineinhalb Jahren oft deutlich zu kurz gekommen.

Ein offenes Ohr für die Anliegen der Menschen

Die Mitarbeiter des Paritätischen haben ein offenes Ohr für die Anliegen der Menschen. Dennoch ist es vielen Personen oft unangenehm, sich in sehr persönlichen Dingen Rat von außerhalb zu suchen. Was können die neuen Mitarbeiterinnen denen raten, die Angst haben, sich Hilfe zu holen, sei es in der Erziehung oder in einem Schwangerschaftskonflikt? Zunächst einmal sei wichtig, dass jede Beratung nicht nur kostenlos ist, sondern auch anonym. „Wir helfen und begleiten mit unserem Wissen, wir belehren niemanden, das ist uns überaus wichtig“, ergänzt Stefanie Köhler, die sich privat gern mit ihrem Hund in der Natur erholt.

Die beliebten Babykurse und persönliche Beratungen sind nun wieder möglich in den Räumen des Beratungszentrums des Paritätischen. Jedoch engagiert sich das Team auch vor Ort. Justine Friedrich betreut beispielsweise Präventionsprojekte an Schulen. Sie begleitet die Gruppenarbeit mit Schülern, wenn es um Verhütung, Krankheiten oder frühe Schwangerschaften geht. Seit Juni darf sie wieder vor Ort sein, war beispielsweise schon an der Sekundarschule in Möckern.

Auch wenn die Arbeitssituation nun auf mehr räumlichen Abstand eingerichtet ist, herrscht beim Paritätischen stets Nähe zwischen Menschen. Und das ist wichtig in schwierigen Lebenslagen.